Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Regelmäßig aus dem Schlaf gerissen: Mann in Palma greift Straßenreinigung an und wird verurteilt

Mit Eiern und Steinen hat ein Anwohner von Palma Mitarbeiter der Stadtwerke Emaya attackiert, weil diese früh am Morgen mit einer Putzmaschine vor seinem Haus vorbeifuhren. Er muss eine Geldstrafe zahlen

Der Anwohner griff eine Emaya-Putzmaschine mit Eiern und Steinen an.

Der Anwohner griff eine Emaya-Putzmaschine mit Eiern und Steinen an. / Redaktion DM

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google
J.F. Mestre

J.F. Mestre

Vor allem deutschen Urlaubern oder Besuchern auf Mallorca, die nicht so oft da sind, fällt es häufig auf: In den Dörfern und Städten der Insel werden die Straßen und Bürgersteige häufig, laut und zu teils merkwürdigen Uhrzeiten gereinigt. Während die meisten Residenten sich schnell an die Geräusche gewöhnen und diese irgendwann kaum noch wahrnehmen, ist einem Anwohner von Palma angesichts des regelmäßigen Lärms vor seiner Haustür der Kragen geplatzt. Er warf kurzerhand Eier und Steine auf eine Reinigungsmaschine der Stadtwerke Emaya, die gerade an seiner Wohnung vorbeifuhr. Jetzt hat ihn ein Gericht schon in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt.

Immer wieder aus dem Schlaf gerissen

Der Vorfall ereignete sich bereits im vergangenen Jahr in einem Viertel im Zentrum von Palma. Auf einer Straße, in der der Angeklagte wohnt, führte jeden Montag eine Maschine der Stadtwerke Emaya Reinigungsarbeiten am Straßenbelag durch - und zwar bereits gegen sechs Uhr morgens. Das Schrubben und Säubern erzeugte entsprechend Lärm, der den jetzt Verurteilten regelmäßig aus dem Schlaf riss. Immer wieder stand er erzürnt auf und beschwerte sich bei den Reinigungskräften vor seiner Tür. Diese erklärten dem Mann, dass sie lediglich ihre Anweisungen befolgten. Sie rieten ihm, sich mit seiner Beschwerde über die Uhrzeit der Reinigung direkt an die Verantwortlichen des Unternehmens zu wenden.

Doch der Anwohner ignorierte diesen Rat. Wie aus der Urteilsbegründung hervorgeht, griff er stattdessen den Putzmaschinenführer direkt an. Er beschimpfte ihn in übelster Weise und schrie ihn aggressiv an. Anschließend wollte er die Reinigungsmaschine aufhalten. Mehrfach klopfte er heftig gegen die Tür des Fahrzeugs, öffnete diese und hielt den Fahrer fest. Die Vorfälle wiederholten sich an mehreren Tagen. Als der Mann feststellte, dass seine Protestbekundungen scheiterten, so das Urteil weiter, stellte er an einem anderen Morgen sogar sein eigenes Fahrzeug in den Weg der Reinigungsmaschine, um deren Arbeit zu behindern.

Reinigungskraft bekam Angststörung

Die sich wiederholenden Attacken lösten bei dem städtischen Angestellten eine Angststörung aus, die sich jedes Mal verschlimmerte, wenn er die Straße des Angeklagten reinigen musste. Als der Bewohner schließlich begann, Eier und Steine auf die Maschine zu werfen, und eines dieser Objekte die Maschine traf, entschied der Arbeiter, die Polizei zu verständigen.

Während der späteren Gerichtsverhandlung bestritt der Angeklagte die Vorwürfe und erklärte, es sei nicht wahr, dass er Eier und Steine auf die Reinigungsmaschine geworfen habe. Er räumte jedoch ein, dass ihn der durch die Arbeiten verursachte Lärm störte. Der Richter schenkte jedoch der Aussage des Reinigungspersonals, das die Gewaltvorfälle schilderte, mehr Glauben.

Der Angeklagte muss eine Geldstrafe von 520 Euro zahlen. Sollte er die nicht tun, müsste er eine Haftstrafe von 45 Tagen antreten, wie das zuständige Untersuchungsgericht entschied. Der Mann legte Berufung gegen dieses Urteil ein und wandte sich an das Oberlandesgericht von Palma. Doch die Kammer bestätigte nun alle Punkte des Schuldspruchs. /somo

Tracking Pixel Contents