Größter Betrugsfall auf Mallorca: Mietwagenhai wird "zeitnah" nach Spanien ausgeliefert
DIe Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat die Überstellung bewilligt

Der mutmaßliche Betrüger S.L.O. bei der Auslieferung. | FOTO: TAIWAN TV
Der in Taiwan festgenommene und nach Frankfurt überstellte mutmaßliche Millionenbetrüger S.L.O.aus Palma kann nach Spanien ausgeliefert werden. Das teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt der MZ mit. "Inzwischen hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die Auslieferung des Verfolgten nach Spanien bewilligt", schrieb der Sprecher.
Wann genau es zur Überstellung des Mallorquiners kommt, dem ein Betrug mit seiner Mietwagenfirma in Höhe von 48,5 Millionen Euro vorgeworfen wird, wollte der Sprecher nicht sagen. "Die Überstellung des Verfolgten nach Spanien wird zeitnah erfolgen", teilte er mit. Was zeitnah bedeutet, wollte er allerdings nicht genauer konkretisieren.
Zwei internationale Haftbefehle
Ob S.L.O. direkt nach Palma überstellt wird oder erst einmal in Madrid ankommt, ist ebenfalls unklar. Für den früheren Inhaber der Mietwagenfirma Autoclick lagen zwei internationale Haftbefehle vor, einer aus Palma und einer aus dem norditalienischen Trento. Deshalb war bis jetzt unklar, ob der 47-Jährige nach Spanien oder nach Italien überstellt wird.
S.L.O. sitzt seit Mitte Oktober in Frankfurt in Untersuchungshaft. Der 47-Jährige war zunächst aus Taiwan nach Deutschland ausgeliefert worden, nachdem er jahrelang in dem asiatischen Land untergetaucht war. Mit seiner Mietwagenfirma Autoclick soll der Mallorquiner in den Jahren 2017 und 2018 rund 48,5 Millionen Euro mit dem Verkauf von Autos ergaunert haben, die gar nicht seiner Firma gehörten.
Autos verkauft, die ihm nicht gehörten
Die erste Klage war im Oktober 2017 eingegangen. Eine niederländische Firma hatte für 233.000 Euro 25 Autos von dem mallorquinischen Unternehmen gekauft, aber nie die Dokumente der Fahrzeuge erhalten. Insgesamt 3.468 Autos soll der mutmaßliche Betrüger auf diese Weise verkauft haben. Allein in Italien wurden 1.189 Autos verkauft und dabei rund 30 Millionen Euro an Steuern hinterzogen.
S.L.O. setzte sich im Juni 2018 nach Taiwan ab, wo er sich ein neues Leben aufbaute. Der Mallorquiner soll sich Taiwan als Zufluchtsort ausgesucht haben, weil damit zu rechnen war, dass Taiwan einen Interpol-Haftbefehl nicht vollstrecken würde. Das Land ist nämlich nicht an die Weisungen der Behörde gebunden.
Lange Zeit unbehelligt
Die Rechnung von S.L.O ging eine ganze Zeit lang auf: Es dauerte mehr als vier Jahre, bis die Behörden den Mallorquiner ausfindig machten, und weitere zwei Jahre, ehe Taiwan dann doch noch auf die Fahndung von Interpol reagierte.
Auslöser für die Initiative der taiwanesischen Behörden war wohl ein Artikel in der italienischen Zeitung „Il Corriere de la Sera“, die recherchiert hatte, dass S.L.O. sich in dem asiatischen Land aufhielt und die Frage aufwarf, warum der Mallorquiner nicht ausgeliefert wird.
- Tiere hängen in Trauben an Pflanzen: Schneckenplage auf den Feldern auf Mallorca
- Rafa Nadals neues Leben: Hotels, Millionen-Deals und jede Menge Meetings
- Sie kam zum Jobben nach Mallorca: Junge Deutsche an der Playa de Palma von ihren Mitbewohnern vergewaltigt
- Kurzes Mallorca-Intermezzo: Erinnern Sie sich noch an die 'Goodbye Deutschland'-Auswanderer vom Schnitzelpalast in Peguera?
- Tödliche Hitze auf Mallorca: Auch Menschen ohne Vorerkrankungen von Hitzschlägen betroffen
- Wenn 33 Grad schon Hoffnung machen: So geht es mit der Hitze auf Mallorca weiter
- Keine Atmung, kein Puls: Deutsche an der Playa de Muro gerettet
- Mehr Kontrollen, schnellere Einsätze: Polizei und private Sicherheitsdienste bündeln ihre Kräfte an der Playa de Palma

