Mutmaßliche Korruption: Prozessauftakt gegen früheren Tourismusminister Carlos Delgado
Dem Politiker der Volkspartei PP wird vorgeworfen, bei einer Ausschreibung für den Hafen Calanova unter anderen seinen damaligen Anwalt und heutigen Geschäftspartner begünstigt zu haben

Der ehemalige balearische Tourismusminister und Bürgermeister von Calvià, Carlos Delgado, am Montag (25.11.)vor dem Gerichtsgebäude in Palma. / Redaktion DM
In Palma hat am Montag (25.11.) der Prozess gegen den früheren balearischen Tourismusminister und ehemaligen Bürgermeister von Calvià Carlos Delgado begonnen. Der Politiker der konservativen Volkspartei PP soll 2013 einen Geschäftsfreund bei der Vergabe der Konzession des kleinen Hafens Calanova im Stadtteil Sant Agustí im äußersten Westen von Palma begünstigt haben.
Zum Auftakt forderten die Anwälte von Delgado mit Verweis auf angebliche Unregelmäßigkeiten vergeblich die Prozesseinstellung. In der Folge antwortete Delgado auf Fragen seines Anwalts. "Ich würde heute genau dasselbe machen", sagte er. Das Unternehmen, das damals die Ausschreibung gewann, habe das für die Landesregierung beste Angebot abgegeben und würde die vereinbarte Pacht bis heute zahlen.
Ein Jahr und neun Monate Haft gefordert
Auf der Anklagebank sitzen neben Delgado, der zwischen 2011 und 2013 das Tourismusministerium der Balearen verantwortete, fünf weitere Beschuldigte, die von der Konzession begünstigt worden sein sollen.

Der Hafen von Calanova. / Port Calanova
Die Staatsanwaltschaft fordert für Carlos Delgado eine Strafe von einem Jahr und neun Monaten Haft. Carlos Gelabert, einer der Begünstigten der damaligen Entscheidung, ist heute Partner im Rechtsanwaltsbüro von Delgado. Damals beriet er den Tourismusminister als Scheidungsanwalt.
Delgado soll dem Verwaltungsrat der Hafenbehörde Informationen vorenthalten haben, sodass die Ausschreibung zugunsten der Gesellschaft Port Olímpic Calanova endete, in der Gelabert und die weiteren Angeklagten die Anteile hielten.
Die Staatsanwaltschaft fordert für Delgado außerdem eine Geldstrafe von 1,1 Millionen Euro. Ähnliche Haft- und Geldstrafen fordert sie auch für die übrigen Angeklagten. /jk
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