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Größter Betrugsfall auf Mallorca: Deutschland hat Mietwagenhai nach Spanien ausgeliefert

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat den 47-Jährigen am Mittwoch (27.11.) der spanischen Polizei übergeben

Der mutmaßliche Betrüger S.L.O. bei der Auslieferung.   | FOTO: TAIWAN TV

Der mutmaßliche Betrüger S.L.O. bei der Auslieferung. | FOTO: TAIWAN TV

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Der in Taiwan festgenommene und nach Frankfurt überstellte mutmaßliche Millionenbetrüger S.L.O. ist am Mittwoch (27.11.) nach Spanien ausgeliefert worden. Das teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt der MZ mit. "Der Verfolgte wurde am Vormittag am Frankfurter Flughafen an Beamte der spanischen Polizei übergeben", schrieb der Sprecher.

Ob der Mallorquiner, dem ein Betrug mit seiner Mietwagenfirma in Höhe von 48,5 Millionen Euro vorgeworfen wird, nach Madrid oder nach Mallorca überstellt wird, war zunächst nicht bekannt.

Zwei internationale Haftbefehle

Für den früheren Inhaber der Mietwagenfirma Autoclick lagen zwei internationale Haftbefehle vor, einer aus Palma und einer aus dem norditalienischen Trento. Deshalb war bis vergangene Woche unklar, ob der 47-Jährige nach Spanien oder nach Italien überstellt wird.

S.L.O. saß seit Mitte Oktober in Frankfurt in Untersuchungshaft. Der 47-Jährige war zunächst aus Taiwan nach Deutschland ausgeliefert worden, nachdem er jahrelang in dem asiatischen Land untergetaucht war. Mit seiner Mietwagenfirma Autoclick soll der Mallorquiner in den Jahren 2017 und 2018 rund 48,5 Millionen Euro mit dem Verkauf von Autos ergaunert haben, die gar nicht seiner Firma gehörten.

Erste Klage im Oktober 2017

Die erste Klage war im Oktober 2017 eingegangen. Eine niederländische Firma hatte für 233.000 Euro 25 Autos von dem mallorquinischen Unternehmen gekauft, aber nie die Dokumente der Fahrzeuge erhalten. Insgesamt 3.468 Autos soll der mutmaßliche Betrüger auf diese Weise verkauft haben. Allein in Italien wurden 1.189 Autos verkauft und dabei rund 30 Millionen Euro an Steuern hinterzogen.

S.L.O. setzte sich im Juni 2018 nach Taiwan ab, wo er sich ein neues Leben aufbaute. Der Mallorquiner soll sich Taiwan als Zufluchtsort ausgesucht haben, weil damit zu rechnen war, dass Taiwan einen Interpol-Haftbefehl nicht vollstrecken würde. Das Land ist nämlich nicht an die Weisungen der Behörde gebunden.

Lange Zeit unbehelligt

Die Rechnung von S.L.O ging eine ganze Zeit lang auf: Es dauerte mehr als vier Jahre, bis die Behörden den Mallorquiner ausfindig machten, und weitere zwei Jahre, ehe Taiwan dann doch noch auf die Fahndung von Interpol reagierte.

Auslöser für die Initiative der taiwanesischen Behörden war wohl ein Artikel in der italienischen Zeitung „Il Corriere de la Sera“, die recherchiert hatte, dass S.L.O. sich in dem asiatischen Land aufhielt und die Frage aufwarf, warum der Mallorquiner nicht ausgeliefert wird.

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