Uriges Mallorca-Dorf Son Macià kämpft gegen "Luxuswohnungen für reiche Ausländer"
Am Samstag (14.12.) demonstrierten zahlreiche Anwohner des Dorfs nahe Manacor dagegen, dass das Gebäude des ehemaligen Nonnenklosters im Ort in Privatbesitz übergehen könnte

Die Anwohner vesammelten sich am Samstag im Ortszentrum zur Demo / AAVV
Rund 150 Anwohner des Dorfs Son Macià bei Manacor haben am Samstag (14.12.) dafür demonstriert, dass das ehemalige Nonnenkloster "Ca ses Monges" in öffentlichem Besitz bleibt und nicht an Privatpersonen verkauft wird, die dort später Luxuswohnungen errichten könnten. Genau das könnte auch in Portocolom geschehen, wo Investoren erst kürzlich ein ebenfalls im Volksmund "Ca ses Monges" (Haus der Nonnen) genanntes Kloster abrissen.
In Son Macià - einem Dorf, in dessen Umgebung sich auch viele deutsche Residenten niedergelassen haben - handelt es sich beim ehemaligen Nonnenkloster um ein Grundstück von etwa 1.200 Quadratmetern. Die Fläche war 1939 von den Bewohnern des Dorfes gekauft und der Kirche überlassen worden, damit die Nonnen dort medizinische und schulische Bedürfnisse des Dorfes abdecken konnten. Im Jahr 2016 erfuhren die Anwohner, dass das Grundstück seinen Status als Fläche für soziale und Bildungszwecke verloren habe und nun als Bauland ausgewiesen sei. Nun gehen Gerüchte um, dass dort private Investoren Luxuswohnungen bauen könnten.
Forderung nach öffentlichem Eigentum

Die Demonstranten hängten auch Spruchbänder auf / AAVV
Während der Versammlung am Samstag betonten die Anwohner in einem Manifest, dass das Kloster dem Dorf gehöre. Man erinnerte daran, dass „Ca ses Monges“ eine wichtige historische und soziale Rolle gespielt hat: Es diente zunächst als Handarbeitsstätte für Kinder, später als Kindergarten und außerdem zur Versorgung von Kranken. „Das Kloster wurde geschlossen, als die Nonnen vor vielen Jahren wegzogen, und seitdem steht es zum Verkauf – ohne das Dorf einzubeziehen“, beklagten die Demonstranten.
Seit Jahren fordern die Einwohner von Son Macià, dass eine öffentliche Institution, insbesondere die Stadtverwaltung von Manacor, das Gebäude kauft, damit es weiterhin für soziale Zwecke genutzt werden kann – so wie es ursprünglich gedacht war. Sie sehen darin den idealen Standort für ein dringend benötigtes Tagespflegezentrum für Senioren.
"Reiche Ausländer"
Die Bewohner hoffen, dass die Stadtverwaltung oder andere öffentliche Institutionen eingreifen und das Grundstück möglicherweise durch Ausübung des Vorkaufsrechts erwerben, damit es in öffentlichem Besitz bleibt. Andernfalls, so befürchten sie, könnte das Kloster abgerissen und in Luxuswohnungen für „reiche Ausländer“ umgewandelt werden. Die Anwohner äußerten ihre Sorge, dass ein solches Projekt das Zusammenleben in einem so kleinen Ort wie Son Macià nachhaltig stören könnte.
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