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Die vor Mallorca gesichteten russischen Kriegsschiffe sind auf der Flucht vor den Rebellen in Syrien

Die russische Marine hatte Anfang Dezember alle Schiffe aus dem syrischen Hafen Tartús abgezogen

Der russische Öltanker "Yelnya" auf einem Bild von 2018.

Der russische Öltanker "Yelnya" auf einem Bild von 2018. / Wikipedia

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Die beiden russischen Kriegsschiffe, die am Sonntag (15.12.) südlich der Balearen gesichtet und von der spanischen Fregatte Navarra abgefangen worden waren, sind von Syrien aus auf dem Weg in Richtung Atlantik. Wie mehrere Medien, unter anderem das Portal "Naval News", berichten, hatte Russland noch vor dem Sturz des Assad-Regimes (am 8. Dezember) die fünf am Hafen von Tartús stationierten Schiffe Anfang Dezember abgezogen. Dazu gehörten drei Fregatten, ein U-Boot und ein Öltanker.

Bei letzterem handelt es sich um die "Yelnya", eines der beiden Schiffe, das vor den Balearen gesichtet worden war. Dieses verließ bereits am 2. Dezember den syrischen Hafen, die anderen Schiffe einen Tag später. Beobachter werteten es damals als Zeichen dafür, dass die russische Führung den Kampf der syrischen Armee gegen die schnell vorrückenden Rebellen als aussichtslos erachtete.

Rückschlag für Russland

Die Aufgabe des Hafens ist ein schwerer Rückschlag für Russland. Wie "Naval News" berichtet, hatte die Sowjetunion im Hafen im Jahr 1971 einen Marinestützpunkt errichtet. Mit dem Fall des Kommunismus wurde dieser aufgegeben. Zu Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2012 verstärkte Russland seine Präsenz in dem Hafen norswestlich von Damaskus wieder.Im Laufe der vergangenen Jahre wurde es zum größten Marinestützpunkt Russlands im Ausland. Mit dem Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 stieg die Bedeutung des Stützpunkts weiter, da die russischen Schiffe dazu dienen sollten, Nato-Schiffe, insbesondere Flugzeugträger, im östlichen Mittelmeer abzuschrecken.

Spionageschiff im Mittelmeer

Unklar ist derweil, wie es mit der russischen Präzenz im Mittelmeer weitergeht. Möglicherweise könnten die fünf Schiffe zunächst in die Ostsee beordert werden. Seit Ende November soll sich aber auch das russische Spionageschiff "Yantar", mit dem unter anderem Sabotageakte an Unterwasserkabeln durchgeführt werden, im Mittelmeer aufhalten.

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