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Gammelfleisch-Skandal in Marratxí: Unternehmer zu Gefängnisstrafe verurteilt

Inspektoren hatten vor Gericht von unhaltbaren Zuständen in der Lagerhalle des Unternehmens berichtet

Das Fleisch fanden die Ermittler bei der Inspektion.

Das Fleisch fanden die Ermittler bei der Inspektion. / Nationalpolizei

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J.F. Mestre

J.F. Mestre

Das Landgericht in Palma hat einen Unternehmer in Marratxí für schuldig erklärt, Gammelfleisch verkauft zu haben. Neben einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und elf Monaten, verpflichtete das Gericht den Angeklagten, das balearische Gesundheitsministerium mit 120.000 Euro zu entschädigen. Damit soll er für die Kosten für die Vernichtung des Fleisches aufkommen.

Das wurde dem Unternehmer vorgeworfen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann in den Jahren 2013 bis 2018 mit seinem Unternehmen gegen Hygienevorschriften verstoßen und grob fahrlässig gegen die öffentliche Gesundheit gehandelt hat. So habe er die Mitarbeiter dazu angehalten, verbotenerweise tiefgefrorenes Fleisch in Eimern mit warmen Wasser aufgetaut zu haben. Auch mussten die Angestellten die Etiketten von abgelaufenen Produkten austauschen, um diese weiter verkaufen zu können. Teilweise habe er das aufgetaute Fleisch als Frischfleisch an seine Kunden weitergegeben.

Katastrophal waren auch die Zustände in der Kühlkammer. Ermittler fanden Fleischprodukte, die zum Zeitpunkt der Inspektion seit Jahren abgelaufen waren. Das lag unter anderem daran, dass der Unternehmer im großen Stil Fleisch kaufte, dessen Haltbarkeitsdatum unmittelbar bevorstand. Bei anderen Produkten gab es überhaupt keine Etikette, sodass das Haltbarkeits- und Einfrierdatum unbekannt war. Insgesamt lagerte er in der sechs Meter hohen Kühlkammer rund 27.000 Tonnen Fleisch.

Das berichteten die Inspektoren

Während des Gerichtsverfahrens hatten Inspektoren von erschütternden Zuständen in der Lagerhalle des Unternehmens berichtet. Es habe unerträglich gestunken. Man habe Produkte gefunden, die mit grünem Schimmel bedeckt waren. Ein weiterer Zeuge führte aus, dass die Angestellten das vergammelte Fleisch mit Natron behandelten, um es vom Gestank zu befreien und wieder frischer aussehen zu lassen. Zudem hätten die Mitarbeiter bestätigt, dass Produkte, die von Kunden zurückgegeben wurden, wieder eingefroren und später zu Hackfleisch verarbeitet wurden.

Der Chef des Unternehmens erklärte derweil, es sei durch seine Produkte nie zu Lebensmittelvergiftungen gekommen. Er habe mehr als hundert, teilweise hochkarätige, Kunden gehabt. "Alle waren zufrieden mit den Produkten, die ich ihnen verkauft habe."

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