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Urteil Totschlag: 12,5 und 15 Jahre Haft für die beiden Angeklagten im Fall des toten Mallorca-Urlaubers Tim V.

Ein Geschworenengericht sah die Angeklagten für schuldig. Die Richterin legte nun das Strafmaß fest. Die Verurteilten wollen Berufung einlegen

Mordprozess im Fall Tim V.: Die beiden Angklagten vor Gericht.

Mordprozess im Fall Tim V.: Die beiden Angklagten vor Gericht. / Europa Press

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die Richterin Gemma Robles hat die beiden Angeklagten im Mordprozess um den 2022 auf der Flughafen-Autobahn verstorbenen Mallorca-Urlauber Tim V. am Freitag (20.12.) zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Wegen Totschlags muss Francisco Jesús J.G. knapp zwölfeinhalb Jahre und José David R.S. 15 Jahre ins Gefängnis. Zudem müssen sie die Familie des Opfers entschädigen. Der MZ liegt das Urteilschreiben vor. Die Veruteilten gaben bekannt, Berufung einzulegen.

Die beiden Spanier sammelten den betrunkenen Mallorca-Urlauber am 8. Oktober 2022 an der Playa de Palma nach einer Party am Ballermann auf. In dem 27-seitigen Urteilsschreiben sind die Aussagen der Zeugen zusammengefasst. Binnen zwei bis drei Minuten fuhren die Verurteilten mit einem weißen Lieferwagen auf die Flughafen-Autobahn, obwohl das gebuchte Hotel des Deutschen nur 300 Meter vom Einstiegspunkt entfernt lag.

Ein Augenzeuge sagte aus, wie er Arme sah, "die den aus dem Lieferwagen fallenden Urlauber begleiteten". Tim. V. wurde im Anschluss von einem anderen Pkw überrollt und starb an den Verletzungen. Die Anwältinnen der Verurteilten plädierten auf unschuldig. Der Deutsche sei aus freien Stücken aus dem Lieferwagen gesprungen. Das Geschworenengericht sah die Angeklagten jedoch für schuldig.

Tim V. machte in Kassel eine Ausbildung und wollte im Anschluss studieren.

Tim V. machte in Kassel eine Ausbildung und wollte im Anschluss studieren. / Familie

Geschworenen glaubten mehr den Zeugen als den Angeklagten

Die Aussagen der Angeklagten seien unglaubwürdig, der Augenzeuge hingegen glaubwürdig. Die beiden Verurteilten seien wegen Totschlags schuldig. José David R.S. stieß den Deutschen aus dem Lieferwagen. Francisco Jesús J.G. fuhr das Auto und machte sich ebenfalls schuldig, da er an der Tat beteiligt war. Der Lieferwagen hielt im Anschluss nicht an.

"Die Strafe wegen Totschlags beträgt zwischen 10 und 15 Jahren", heißt es im Urteilsschreiben. Die Richterin befand, die Höchststrafe anzuwenden. Francisco Jesús J.G. kommt sein regelmäßiger Drogenkonsum jedoch strafmildernd entgegen.

"Das Opfer stand in der Blüte seines Lebens. Den Verurteilten war der offensichtliche Grad der Trunkenheit des Deutschen bekannt", so das Urteil. "Sie hätten ihn einfach am nächsten Kreisverkehr rauslassen können. Es besteht absolute Gleichgültigkeit, da sie nach der Tat weiter nach Magaluf gefahren sind." Zudem waren beide Verurteilten vorbestraft.

Verurteilte müssen Familie entschädigen

Neben der Haftstrafe erfüllt die Richterin die Forderung der Anklage. Die Verurteilten müssen die Familie des Opfers mit knapp 200.000 Euro entschädigen und auch für die Überführungs- und Begräbniskosten des Leichnams aufkommen.

"Wir sind sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit", sagte Anwältin Maria Barbancho, die die Familie des Opfers vertrat, der MZ. "Die Tötungsabsicht war schwierig nachzuweisen. Wobei den Angeklagten klar gewesen sein muss, dass Tim V. stirbt, wenn er auf die Autobahn geworfen wird. Das war für den Fall der Wendepunkt." In der öffentlichen Wahrnehmung sei der Todesfall von "betrunkener Deutscher" zu "Mordopfer" gewechselt. "Es war einer meiner schwierigsten Fälle überhaupt", so Barbancho.

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