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Wegen fahrlässiger Tötung mit Yacht auf Mallorca angeklagt: Deutscher Millionärssohn muss vor Gericht aussagen

Bei dem Unfall im vergangenen August starb ein 20-jähriger Angler in der Cala Bona

Die 20 Meter lange Yacht „La Luna“ im Hafen von Porto Cristo.  | FOTO: BIEL CAPÓ

Die 20 Meter lange Yacht „La Luna“ im Hafen von Porto Cristo. | FOTO: BIEL CAPÓ

Das Untersuchungsgericht Nummer 1 von Manacor hat Dennis V. zu einer Befragung auf die Insel einberufen. Der 34-jährige Sohn deutscher Millionäre soll im vergangenen Jahr als Steuermann der Yacht "Luna" auf Mallorca einen 20-jährigen Angler Guillem C. fahrlässig getötet haben. Dennis V. soll als Beschuldigter nun im Februar vom Gericht befragt werden. In den vergangenen Wochen machten bereits mehrere Augenzeugen ihre Aussage.

Das Gericht will in erster Linie herausfinden, welche Verantwortung V. als Bootsführer an dem Unfall hatte. Die "Luna" überfuhr in der Nacht des 23. Augusts 2024 in der Cala Bona (Son Servera) ein kleines Fischerboot, in dem das Opfer mit seinem Onkel und seinem Cousin Tintenfische angelte. Die Ermittler vermuten, dass die Yacht das kleine Boot nur minimal rammte. Neben dem Motor fiel auch der 20-Jährige Guillem C. ins Wasser. Er wurde von der Schiffsschraube der "Luna" schwer verletzt und verstarb am Unfallort.

Passagiere machten Party auf der Yacht

Die 20 Meter lange Yacht hielt nicht an. Die Guardia Civil fand sie am nächsten Tag in Porto Cristo vor Anker liegend. An Deck fanden sich mehrere geleerte Alkoholflaschen. Darunter auch in der Nähe des Steuers.

Die Polizei vernahm den Onkel des Opfers. Der sagte aus, dass sie sich in den Hafen flüchten wollten, als die Yacht mit hoher Geschwindigkeit auf sie zugerast kam. "Ich dachte, wir sind mit dem Schrecken davongekommen. Dann sah ich aber, dass Guillem nicht da war." Andere Augenzeugen berichten von einer Party auf der "Luna" und gefährlichen Manövern des Bootführers.

Die Passagiere auf der Yacht sagten aus, dass sie betrunken waren. Sie hätten in keinem Moment etwas von einem Unfall mitbekommen. V. reiste kurze Zeit später nach Deutschland, kehrte für das Verhör der Guardia Civil aber auf die Insel zurück. Allerdings machte er von seinem Recht Gebrauch, nicht auszusagen.

Laut einem Unfallbericht der spanischen Marine hatten beide Bootsführer Schuld am Unfall. Die "Luna" sei den Umständen entsprechend viel zu schnell unterwegs gewesen. Die Marine schätzt 20 Knoten (37 km/h). Andererseits sei das Fischerboot schlecht beleuchtet und daher kaum sichtbar gewesen.

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