Okupas besetzen Hotel auf Mallorca
Die Polizei ermittelt derzeit. Ein Richter soll entscheiden, ob die Bande rausgeworfen wird

Nach Besetzung durch Okupas: So sieht es jetzt im Hotel in Cala Bona aus. / Lorenzo Marina / Biel Capó
Eine Hausbesetzerbande hat derzeit mehrere Zimmer eines Hotels auf Mallorca eingenommen. Wie ein Sprecher der Guardia Zivil der MZ bestätigte, erstattete der Betreiber des Gästehauses am Sonntagabend (12.1.) Anzeige. Ein Richter muss nun entscheiden, wie in dem Fall verfahren wird.
Die Alarmanlage wurde am Sonntagabend im Hotel Sol y Mar in Cala Bona im Nordosten Mallorcas ausgelöst. Nach der Anzeige kamen neben der Guardia Civil auch die Ortspolizisten von Son Servera. Laut dem Sprecher handelt es sich um acht Personen, die mehrere Zimmer besetzen. Zur Nationalität und ob darunter Frauen und Kinder sind, konnte der Polizist keine Angaben machen.
"Aussage gegen Aussage"
Die Guardia Civil sprach mit den Okupas, wie die Hausbesetzer in Spanien genannt werden. Die gaben an, schon länger in der Immobilie zu hausen und beriefen sich auf ihr Recht einer Unterkunft. Der Hotelbetreiber besteht darauf, dass die Leute erst eingezogen waren, als die Alarmanlage ausgelöst wurde. "Es steht Aussage gegen Aussage", sagt der Guardia Civil-Sprecher. "Wenn wir die Ermittlungen abgeschlossen haben, übergeben wir den Fall an einen Richter, der dann entscheiden muss."
Um friedliche Zeitgenossen, die nur eine Unterkunft suchen, scheint es sich bei der Bande nicht zu handeln. Auf Fotos ist zu sehen, wie Getränkeautomaten aufgebrochen, Wände mit Graffiti beschmiert und das ganze Hotel nach Wertsachen durchstöbert wurde. Das Hotel Sol y Mar ist derzeit in der Winterpause. Bevor es wieder eröffnen kann, stehen dann erstmal Renovierungs- und Reinigungsarbeiten an.
Hausbesetzungen seit vielen Jahren ein Problem
Hausbesetzungen sind seit vielen Jahren ein großes Problem in Spanien und besonders auf Mallorca. Manche Okupas besetzen Wohnungen, die Banken gehören, da sie sich wegen der hohen Mietpreise keine eigenen vier Wände leisten können. Andere nutzen die Situation aus und verbarrikadieren sich, um vom Eigentümer Geld für einen Auszug zu erhalten.
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