"Will Solidarität mit ihnen zeigen": Tourismusminister besucht Hotelbesetzer auf Mallorca
Eine schnelle Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Vier Männer leben weiter in der Apartmentanlage

Tourismusminister Jaume Bauzà (rechts) im Gespräch mit Hotelbetreiber Miquel Deyà (links). / Caib
Der Streit um das besetzte Hotel Sol y Mar auf Mallorca geht weiter. Tourismusminister Jaume Bauzà (Volkspartei, PP) hat sich am Donnerstag (16.1.) eingeschaltet und die Lage vor Ort begutachtet. "Ich will meine Solidarität mit den Hausbesetzern ausdrücken", sagte der Politiker einerseits. Andererseits verurteilte er im nächsten Atemzug die Besetzung. "Das kann nicht die Lösung sein."
Hintergrund der abwägenden Worte des Politikers ist die dramatische Wohnungsnot auf Mallorca. Viele Menschen, darunter insbesondere Migranten, können sich trotz Jobs keine Wohnung mehr leisten und müssen sich deswegen ein Zimmer teilen, in Wohnwagen ziehen oder eben leer stehende Immobilien besetzen. Die Gehälter auf Mallorca sind im Schnitt nur halb so hoch wie in Deutschland, wohingegen sich die Wohnungspreise mittlerweile ähneln.
Seit Sonntag (12.1.) ist bekannt, dass das Hotel besetzt ist. Es ist wohl das erste Mal auf Mallorca, dass sich Okupas, wie die Hausbesetzer in Spanien genannt werden, ein Hotel ausgesucht haben. Über den genauen Zeitpunkt des Einzuges gehen die Meinungen auseinander. Hotelbetreiber Miquel Deyà besteht darauf, dass es der Sonntag war. Denn an dem Tag löste der Alarm aus, und er erstattete Anzeige.
Die Besetzer wiederum meinen, dass sie schon seit November in den Zimmern des sich in der Winterpause befindlichen Hotels leben. Angeblich haben sie einer dritten Person Geld bezahlt, die ihnen die Zimmer anbot. Ursprünglich sollen mehr als 20 Personen in das Hotel eingezogen sein. Darunter auch eine Familie mit zwei Kindern. Mittlerweile sind es nur noch vier junge Männer, die ohne Strom und Wasser ausharren. Hotelbetreiber Deyà wechselte die Schlösser und sperrte so andere Hausbesetzer aus.
Die stehen nun auf der Straße und warten darauf, ihre Sachen aus den für sie abgesperrten Zimmern holen zu können. In der Zwischenzeit versorgen sie aber auch die vier übrig gebliebenen Bewohner mit Wasser, Lebensmitteln und aufgeladenen Handys.
Hotelbetreiber soll 300.000 Euro zahlen
Wenn sich keine friedliche Lösung finden lässt, muss das Untersuchungsgericht von Manacor letztlich über die Lage entscheiden. Laut der Zeitung "Última Hora" soll Hotelbetreiber Deyà ein Angebot erhalten haben, dass sich die Besetzung gegen eine Zahlung in Höhe von 300.000 Euro regeln lasse. Einerseits gibt es auf Mallorca Firmen, die Hausbesetzer mit Gewaltandrohung vertreiben. Andererseits lassen sich auch Hausbesetzer für ihren Auszug bezahlen. Deyà bevorzuge aber den rechtlichen Weg.
Mallorcas Hoteliersverband befürchtet einen Nachahmereffekt und bangt um andere Hotels, die in der Winterpause leer stehen. Der Unternehmerverband Pimem kritisiert die "lasche Gesetzgebung" in dem Fall. "Die Situation ist heikler, als wir uns vorstellen können", lässt sich Präsident Jordi Mora in einer Pressemitteilung zitieren.
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