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1.000 Euro "Miete" pro Monat bezahlt: Jetzt sprechen die Hotelbesetzer von Cala Bona

Mittlerweile befinden sich nur noch drei Personen in dem besetzten Aparthotel. Acht kommen nach dem Austausch der Schlösser nicht mehr hinein. Die Bewohner geben an, Menschen in Manacor und Palmas Viertel Son Gotleu viel Geld bezahlt zu haben, um bis zu drei Monate dort wohnen zu können

Der Betreiber hat in dem Aparthotel die Schlösser austauschen lassen.

Der Betreiber hat in dem Aparthotel die Schlösser austauschen lassen. / DM

Im Fall der Hausbesetzer, die in Cala Bona des derzeit leerstehendes Aparthotels Sol y Mar beetzen, sind neue Details ans Licht gekommen: So haben einige der "okupas" angegeben, bei Bewohnern von Manacor und Palmas Viertel Son Gotleu dafür bezahlt zu haben, dass sie sich bis zu drei Monate lang im Inneren des Hotels aufhalten können. Das berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Zwischen 900 und 1.000 Euro pro Monat sollen dafür über den Tisch gegangen sein. Der Großteil der Hausbesetzer sei nach eigener Aussage bereits im November 2024 "eingezogen", andere erst zu Beginn des neuen Jahres.

Bis vor Kurzem soll sich laut dem "Diario de Mallorca" ein gutes Dutzend Hausbesetzer in dem im Winter geschlossenen Hotel aufgehalten haben. Nur noch drei sollen derzeit Zugang zum Inneren der Einrichtung haben. Der Grund: Nachdem der Betreiber dank einer Alarmanlage am Sonntagabend (12.1.) auf die Hausbesetzer aufmerksam geworden war, hat er die Schlösser austauschen lassen.

Miquel Deyà, der Betreiber des Aparthotels, versicherte dem "Diario de Mallorca", dass die Besetzer bei ihrem Eindringen „alle Schlüssel gestohlen“ hätten. Auch reagierte er auf ihre Anschuldigungen, dass die Hotelverantwortlichen ihnen das Wasser und den Strom abgestellt hätten. "Beides wird zum Saisonende, wenn das Hotel geschlossen wird, abgestellt“, sagte er.

Aussage gegen Aussage

Die Betreiber erstatteten gegen die Hausbesetzer Anzeige bei der Guardia Civil. Diese hätten die Räumlichkeiten zweckentfremdet und zudem beschädigt, so der Vorwurf. Auf Fotos war zu sehen, wie Getränkeautomaten aufgebrochen, Wände mit Graffiti beschmiert und das ganze Hotel nach Wertsachen durchstöbert wurde. Die Hausbesetzer wiederum beschuldigten die Hotelverantwortlichen der Nötigung, des illegalen Festhaltens und des Einbruchs.

Unter den Hausbesetzern soll auch ein Paar mit zwei Kindern gewesen sein. Zudem ist in Medienberichten von einem Mann die Rede, der behauptet, Diabetes zu haben, und einem weiteren, der zur Behandlung einer psychiatrischen Erkrankung Medikamente einnehmen muss.

Einige der Hotelbesetzer hätten mit dem Gericht von Manacor Kontakt aufgenommen. Sie fühlen sich von den Personen betrogen, die ihnen angeboten hatten, sie gegen Geld in den leeren Zimmern des Hotels wohnen zu lassen. Unterdessen fordert der Hoteliersverband, dass die Politiker wirksame Maßnahmen ergreifen, um die Situation zu lösen und derartige Vorfälle in anderen Einrichtungen zu vermeiden.

Tourismusminister Jaume Bauzà (Volkspartei, PP) hatte sich am Donnerstag (16.1.) eingeschaltet und die Lage vor Ort begutachtet. "Ich will meine Solidarität mit den Hausbesetzern ausdrücken", sagte der Politiker einerseits. Andererseits verurteilte er im nächsten Atemzug die Besetzung. "Das kann nicht die Lösung sein."

Tourismusminister Jaume Bauzà (rechts) im Gespräch mit Hotelbetreiber Miquel Deyà (links).

Tourismusminister Jaume Bauzà (rechts) im Gespräch mit Hotelbetreiber Miquel Deyà (links). / Caib

Hausbesetzungen seit vielen Jahren ein Problem

Hausbesetzungen sind seit vielen Jahren ein großes Problem in Spanien und besonders auf Mallorca. Manche Okupas besetzen Wohnungen, die Banken gehören, da sie sich wegen der hohen Mietpreise keine eigenen vier Wände leisten können. Andere nutzen die Situation aus und verbarrikadieren sich, um vom Eigentümer Geld für einen Auszug zu erhalten.

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