Wendung im Fall des besetzten Hotels in Cala Bona: Ist der Hotelbetreiber an allem schuld?
Die letzten drei Besetzer verlassen die Anlage. Der Besitzer des Hotels erhebt schwere Vorwürfe gegen den Betreiber

Miquel Deyà, der Hotel-Verwalter. / Biel Capó
In Cala Bona haben am Samstag (18.1.) die letzten drei Hausbesetzer das Aparthotel Mar y Sol verlassen. Zudem gibt es in dem Fall eine überraschende Wende: Nun bezeichnet der Eigentümer der Anlage den Betreiber und Verwalter der Anlage, Miquel Deyà, als "inquiokupa" und beschuldigt ihn, die Bewohner unterstützt zu haben. Zudem schulde Deyà ihm noch rund 241.000 Euro.
Die Wortschöpfung "inquiocupa" ist eine Verschmelzung von "inquilino" (Mieter) und "okupa" (Hausbesetzer). Von normalen Hausbesetzern unterscheiden sich die "inquiokupas" dadurch, dass sie legal und mit Mietvertrag eingezogen sind. Von gewöhnlichen "inquilinos" unterscheiden sie sich dadurch, dass sie sich – von Anfang an oder nach einer gewissen Zeit – weigern, ihre Miete zu zahlen, aber trotzdem nicht ausziehen.
Die letzten drei Bewohner verließen, wie ein vierter Besetzer Tags zuvor, das Hotel am Samstag (18.1.). Sie sollen mit dem Betreiber eine Vereinbarung geschlossen haben, dass man sich nicht gegenseitig anzeigen werde. Die Besetzer hatten stets beteuert, Mietzahlungen vereinbart zu haben. Die Unterkünfte sollen unter anderem in Palma vermittelt worden sein.
Der Fall ist in vieler Hinsicht undurchsichtig. Wie der Eigentümer des Hotels gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" nun sagte, sei eine derartigen Nutzung der Anlage keine Neuheit. Schon vor einiger Zeit sollen Mitarbeiter, die der Hotelverwalter nicht entlohnt hatte, in dem Hotel untergekommen sein.
Der Eigentümer der Apartamentos Sol y Mar SA deutet an, dass der Betreiber selbst den Bewohnern die Türen geöffnet haben könnte. Die Hotelbesetzung wäre demnach ein Druckmittel im Streit um eine Mietschuld von 241.000 Euro. Er werde nun die Zwangsräumung des Betreibers einklagen, so der Eigentümer der Anlage.

Nach Besetzung durch Okupas: So sieht es jetzt im Hotel in Cala Bona aus. / Lorenzo Marina / Biel Capó
Zu Beginn sollen in dem im Winter geschlossenen Hotel über 20 Personen untergekommen sein, darunter auch eine Mutter mit Kindern. Auf Mallorca ist die Wohnungsnot groß, viele Menschen finden selbst dann keine bezahlbare Unterkunft mehr, wenn sie einen Job haben. /sw
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