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Besetztes Hotel in Cala Bona: Vater des Betreibers wegen Betrugs angeklagt

Der 69-Jährige soll einen anderen Unternehmer um 557.000 Euro betrogen haben

Miguel Deyà, der Hotel-Verwalter.

Miguel Deyà, der Hotel-Verwalter. / Biel Capó

Der Fall um das besetzte Hotel in Cala Bona wird immer verworrener. Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass der Betreiber des Hotels den Eigentümern laut deren Angaben rund 240.000 Euro schuldet, wurde nun die nächste Wendung bekannt. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, wird nun dem Vater des Hotelbetreibers der Prozess gemacht.

Unternehmer um 557.000 Euro geprellt

Dem 69-jährigen wird vorgeworfen, in den Jahren 1998 bis 2014 einen anderen Unternehmer um insgesamt 557.000 Euro geprellt zu haben. Eine der Firmen, über die der Betrug vonstatten ging, ist die Marbel Can Pastilla S.L., also jene Firma, die auch das Hotel in Cala Bona verwaltet. Die Staatsanwaltschaft fordert bei dem am Mittwoch (22.1.) beginnenden Prozess vier Jahre Gefängnis und die Rückzahlung der erschwindelten Summe.

Zusätzlich verwirrend in der Sache: Vater und Sohn tragen den gleichen Namen. Demnach verwaltet Miguel Deyá Junior die von Miguel Deyá Senior gegründete Firma. Dieser Umstand war Geschäftspartnern nicht unbedingt bekannt. So erklärte Pedro Obrador, der Besitzer des besetzten Hotels, dass er eine geschäftliche Beziehung mit dem Senior eingegangen war. Erst später habe er gemerkt, dass tatsächlich Miguel Deyá Junior den Pachtvertrag unterschrieben hatte.

Das ist passiert

Die Besetzung des Hotels "Sol y Mar" in Cala Bona war Mitte Januar in die Schlagzeilen geraten. Die Besetzung eines in der Nebensaison geschlossenen Hotels galt zunächst als Kuriosum. Eine politische Dimension bekam der Fall, als der balearische Tourismusminister Jaume Bauzá das Gästehaus besuchte und seine Solidarität mit den Hausbesetzern ausdrückte.

Am Samstag (18.1.) verließen die letzten "Okupas" das Gebäude. Kurz darauf wurden die Vorwürfe gegen Miguel Deyá Junior bekannt. Demnach könnte der Betreiber, der sich in den Medien als Opfer stilisiert hatte, sogar selbst die Hausbesetzer hineingelassen haben. Als möglicher Grund wurde ein Streit mit den Eigentümern über nicht beglichene Schulden angegeben.

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