Rentner rammt Radsportler: Verletzte sind Mitglieder der deutschen Bahn-Nationalmannschaft
Keiner der Fahrer ist lebensgefährlich verletzt worden

B. Ramon
Neue Details zum schweren Unfall, bei dem ein Auto am Montagmorgen (27.1.) eine Gruppe deutscher Radfahrer gerammt hat: Bei den Opfern handelt es sich um Mitglieder der deutschen Bahn-Nationalmannschaft. Dies gab der Radsportverband German Cycling auf seiner Website bekannt.
Demnach handelt es sich bei den verletzten Sportlern um den früheren U23-Europameister Tobias Buck-Gramcko, den beiden WM-Dritten Benjamin Boos und Bruno Kessler sowie Max-David Briese, Moritz Augenstein und Louis Gentzik, die allesamt der Ausdauer-Nationalmannschaft angehören. Die Opfer sind laut Guardia Civil zwischen 19 und 27 Jahre alt.
Die Mannschaft war von ihrem Hotel in Palma aus zu einer Trainingsfahrt aufgebrochen. Als es zum Unglück kam, hatte die Gruppe gerade mal 2,7 Kilometer absolviert.
"Bundestrainer Lucas Schädlich, der die Gruppe mit dem Auto begleitete, war Augenzeuge des Unfalls", heißt es in der Mitteilung des Verbands. Keiner der Sportler sei lebensgefährlich verletzt worden. "Aber zahlreiche Frakturen bedeuten jetzt bei einigen eine lange Trainings- und Wettkampfpause."
Das ist passiert
Das Unglück hatte sich gegen 10.20 Uhr auf dem Camí de Can Capó ereignet, der am Gewerbegebiet Son Oms vorbei parallel zum Flughafen in Richtung der Schnellstraße nach Manacor verläuft. Ein 89-jähriger Autofahrer hielt ersten Erkenntnissen zufolge den Sicherheitsabstand nicht ein und erfasste die aus sieben Personen bestehende Gruppe von hinten.
Autofahren im Alter auf Mallorca
Ab dem 65. Lebensjahr muss der Führerschein alle fünf Jahre erneuert werden. Unter anderem muss dafür ein Medizincheck absolviert werden.
Eine Alkoholprobe beim Unfallfahrer brachte ein negatives Ergebnis. Er wurde nicht festgenommen. Die Fahrräder wurden beim Zusammenprall komplett zerstört. Die Guardia Civil untersucht nun den genauen Unfallhergang.
Inselratspräsident Llorenç Galmés (konservative Volkspartei PP) zeigte sich am Nachmittag in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) besorgt über den Unfall. "Ich wünsche allen Betroffenen eine schnelle Genesung", teilte der Politiker mit.
Erinnerung an Unfall im April 2018
Der Unfall weckt Erinnerungen an ein Unglück, dass sich am 5. April 2018 im Nordosten der Insel zutrug. Damals raste eine junge Frau am Steuer eines Porsche Cayenne ungebremst in eine Gruppe deutscher Radfahrer. Neun von ihnen wurden von dem Fahrzeug erfasst. Ein 47-jähriger Vater zweier Kinder aus Mönchengladbach kam damals ums Leben. Zwei weitere Radfahrer wurden schwer verletzt. Im Juli 2024 wurde die mittlerweile 34-jährige Fahrerin zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Zudem musste sie die Familie des Todesopfers mit über einer Million Euro entschädigen. Zudem musste sie insgesamt 213.000 Euro an die verletzten Radfahrer überweisen.
/mit dpa
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