Luxusvillen auf der Kippe: Rathaus Pollença entwickelt kühnen Plan zum Schutz von Formentor
Die Gemeindeverwaltung von Pollença will jegliche Baugenehmigungen auf der Halbinsel Formentor ein Jahr lang auf Eis legen, um in Ruhe über den Schutz des Gebiets nachzudenken. Dadurch stehen unter anderem die neun Luxusvillen auf der Kippe, die am traditionsreichen Hotel Formentor entstehen sollen

Das Hotel Formentor hat erst im vergangenen August wiedereröffnet / Manu Mielniezuk
Das Rathaus von Pollença im Norden von Mallorca will jegliche Baugenehmigungen auf der Halbinsel Formentor für ein Jahr aussetzen. In dieser Zeit soll der Bebauungsplan genau überprüft werden, um größtmöglichen Landschaftsschutz gewährleisten zu können. Das erklärte der sozialistische Bürgermeister Martí March am Dienstag (28.1.).
Luxusvillen am Hotel Formentor auf der Kippe
Konkret betroffen von dieser derzeit noch nicht verabschiedeten Maßnahme sind zahlreiche Bauprojekte, darunter Genehmigungen für Neubauten sowie die Erweiterung und Sanierung von Immobilien. Auch bereits laufende Großprojekte, wie der Bau von neun Luxusvillen auf dem Grundstück der erst im vergangenen Sommer wiedereröffneten Fünf-Sterne-Unterkunft Hotel Formentor müssen erst einmal für ein Jahr auf Eis gelegt werden, sollte die Maßnahme tatsächlich beschlossen werden.
Die Hotelkette Four Seasons, die das Kulthotel jetzt betreibt, plant den Verkauf dieser neun Villen als sogenannte „Branded Residences“ – Luxuswohnungen mit exklusiven Hotelservices. Diese sollten auf einem Teil des 468 Hektar großen Hotelgeländes errichtet werden, da das Hotel die maximale Bebauungsfläche seines Grundstücks bislang nicht ausgeschöpft hatte.
Dialog über die Zukunft des "Juwels"
Bürgermeister March betonte, dass die Gemeindeverwaltung während des einjährigen Überprüfungszeitraums mit allen betroffenen Akteuren – von der Eigentümergemeinschaft über den Bauträger Inmobiliaria Formentor bis hin zu den verschiedenen Fraktionen im Stadtrat – in einen Dialog über die Zukunft des Cap Formentor treten möchte.
„Das oberste Ziel ist der Schutz von Formentor. Es ist ein echtes Juwel. Wir wollen seine Essenz bewahren“, unterstrich der Bürgermeister von Pollença. Noch ist die Maßnahme nicht beschlossen. Die endgültige Entscheidung wird voraussichtlich in einer Gemeinderatssitzung am Donnerstag (30.1.) um 17 Uhr getroffen.
Jahrelanger Konflikt
Das traditionsreiche Hotel, das 1929 eröffnet wurde, hatte im August 2024 nach einer umstrittenen Sanierung den Betrieb wieder aufgenommen. Schon während der Renovierungsarbeiten hatte es immer wieder Konflikte mit der Gemeindeverwaltung von Pollença gegeben. Den Höhepunkt erreichte diese im vergangenen Oktober, als das Rathaus dem Bauträger Inmobiliaria Formentor eine Geldstrafe in Höhe von 5,1 Millionen Euro auferlegte. Der Grund: Die Baumaßnahmen am Hotel seien „ohne die erforderliche Genehmigung“ durchgeführt worden.
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