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Gericht auf Mallorca spricht erstmals lebenslange Haftstrafe aus

Ali K. ermordete seine schwangere Frau und seinen Sohn. Der Richter hat deswegen die höchstmögliche Strafe verhängt

Der Angeklagte Doppelmörder Ali K. am letzten Verhandlungstag in Palma (27.1.).

Der Angeklagte Doppelmörder Ali K. am letzten Verhandlungstag in Palma (27.1.). / Cati Cladera / Efe

Das Landgericht in Palma hat erstmals in der Geschichte Mallorcas eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen. Sie gilt für den Marokkaner, der 2021 seine schwangere Frau sowie den gemeinsamen siebenjährigen Sohn ermordet hat. Zudem verurteilte ihn der Richter zu weiteren 25 Jahren Haft sowie einer Entschädigungszahlung in Höhe von 800.000 Euro.

Die lebenslängliche Haftstrafe „Prisión permanente revisable“ gibt es in Spanien seit 2015. Sie wird unter anderem im Falle der Ermordung des spanischen Königs, anderer Staatsoberhäupter oder minderjähriger Personen unter 16 Jahren sowie bei Terroranschlägen angewandt. Nachdem der Verurteilte eine Mindestdauer von 25 bis 35 Jahren im Gefängnis abgesessen hat, kann das Gericht unter Umständen eine Bewährung bewilligen. Es ist nun das 51. Mal, dass die Strafe in Spanien bislang verhängt wurde. 

Bei einer möglichen Bewährung wird der Verurteilte abgeschoben

Die Strafe bekam der 39-Jährige Ali K. für den Kindsmord. Die weiteren 25 Jahre Haft gab es obendrauf für den Mord an seiner Frau. Das Gericht sah ihn auch der Abtreibung für schuldig. Weitere sechs Monate Haft bekam der Marokkaner für die Gewaltausbrüche, unter denen die Frau schon vor ihrem Tod litt. Sollte der Mann eine mögliche Bewährung noch erleben, wird er umgehend des Landes verwiesen. Zehn Jahre lang ab diesem Zeitpunkt darf er dann nicht nach Spanien zurückkehren.

Was war eigentlich passiert?

Das Opfer hatte Ali K. bereits mehrfach wegen seiner gewalttätigen Art angezeigt und ihn zwischenzeitlich verlassen. Die Frau kehrte aber auf Druck der Familie zu ihrem Mann zurück. Der 39-Jährige wusste laut seiner Aussage nichts von dem ungeborenen Kind – die 28-jährige Frau war im fünften Monat schwanger gewesen. Im Zuge eines Streits soll er ihr mit einem Meißel auf den Kopf geschlagen haben. Da sie die Attacke überlebte, erwürgte er sie im Anschluss. All das vor den Augen des siebenjährigen Sohnes, den er danach ebenfalls zu Tode strangulierte.

Danach orderte der Mann ein Taxi, entschied sich aber letztlich, selbst mit dem Auto nach Palma zu fahren. Er besuchte die Barackensiedlung Son Banya, vermutlich um Drogen zu kaufen. Danach nahm er die Dienste einer Prostituierten in Anspruch. Erst am Abend des nächsten Tages informierte er seinen Schwager über die Tat und stellte sich selbst bei der Guardia Civil. Ein zwölfjähriger Neffe der Ermordeten hatte in der Zwischenzeit bereits die Leichen entdeckt.

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