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13-Stunden-Schichten pro Tag für 500 Euro im Monat: Polizei nimmt Ausbeuter auf Mallorca fest

Der Mann soll eine Frau zudem sexuell belästigt haben

Nationalpolizei auf Mallorca (Symbolbild).

Nationalpolizei auf Mallorca (Symbolbild). / Nationalpolizei

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Der nächste Fall einer sklavenartigen Haltung auf Mallorca: Die Nationalpolizei hat einen Mann festgenommen, der ein Ehepaar ausgebeutet und die Frau obendrein sexuell belästigt haben soll. Das geht aus einer am Donnerstag (6.2.) von der Nationalpolizei verschickten Pressemitteilung hervor.

Bei dem Ehepaar handelt es sich um illegale Einwanderer. Die Frau arbeitete jeden Tag die Woche 13 Stunden für den Festgenommenen in Manacor. Sie hatte weder Wochenende noch Urlaub. Dafür bekam sie 500 Euro im Monat.

Auch der Mann arbeitete in verschiedenen Geschäften des Festgenommenen und schob ebenfalls 13-Stunden-Schichten von Montag bis Sonntag. Sein Chef erlaubte es ihm nicht, trotz Krankheit einen Arzt aufzusuchen.

Vermietete eine heruntergekommene Garage

Viel vom kümmerlichen Lohn blieb nicht übrig, da der Arbeitgeber dem Ehepaar für 500 Euro eine heruntergekommene Garage als Wohnung vermietete. Damit nicht genug. Er schneite zudem nach Belieben und ohne Erlaubnis der Mieter herein und soll die Frau sexuell belästigt und bedroht haben.

Das Ehepaar erstattete Anzeige und die Polizei begann mit den Ermittlungen. Der Festgenommene konnte nicht alle nötigen Lizenzen für seine Geschäfte vorzeigen. Bei drei seiner Angestellten handelte es sich um Schwarzarbeiter. Fünf weitere Arbeiter hatte er zwar angemeldet, aber nur für zwei Stunden täglich. Die Leute arbeiteten jedoch zwölf Stunden pro Tag. Die Polizei nahm den Mann am vergangenen Freitag fest und führte ihn vor Gericht vor, wo ein Richter Untersuchungshaft anordnete.

Bereits der zweite Fall in kurzer Zeit

Es ist der zweite Fall einer derartigen Ausbeutung illegaler Arbeiter auf Mallorca binnen weniger Tage. Zuvor nahm die Polizei bereits ein Ehepaar fest, dass sich einen illegalen Migranten auf einer Luxusfinca hielt. Die Polizei sprach von sklavenähnlichen Zuständen. Der Mann arbeitete rund um die Uhr für lediglich 200 Euro im ersten Monat.

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