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Trump löst Oligarchen-Taskforce auf: Was passiert jetzt mit der Russen-Yacht "Tango" auf Mallorca?

Die US-Regierung bemüht sich um ein besseres Verhältnis zur russischen Regierung – und will den Fokus auf Drogenkartelle legen

Die Megayacht "Tango" im Hafen von Palma.

Die Megayacht "Tango" im Hafen von Palma. / B. Ramon

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Es war eine der aufsehenerregendsten Razzien der vergangenen Jahre auf Mallorca: Am 5. April 2022 konfiszierten Beamte der US-amerikanischen Bundespolizei FBI, des US-Heimatschutzministeriums und der Guardia Civil im Hafen von Palma die Yacht "Tango". Diese gehört dem russischen Unternehmer Viktor Wekselberg, der auf der Sanktionsliste der USA steht, weil er enge Beziehungen zum Kreml pflegt. Seither lag die 77 Meter lange Luxusyacht im Hafen. Für die USA ein teures Vergnügen. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca berichtet, betragen die laufenden Kosten rund 24.000 Euro - pro Tag.

Doch nun ist offen, wie es mit der "Tango" weitergeht. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, hat die neue US-Regierung von Donald Trump die 2022 gegründete Taskforce "KleptoCapture" aufgelöst. Die Gruppe hatte im Auftrag der Vorgängerregierung im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine russische Oligarchen ins Visier genommen – und unter anderem auch die Beschlagnahmung der "Tango" angeordnet.

Das steckt hinter dem Kurswechsel

Die Entscheidung, die Taskforce aufzulösen, wurde laut "The Guardian" bereits am ersten Tag von Trumps zweiter Amtszeit am 20. Januar gefällt. Allerdings ging der Beschluss in der Berichterstattung zunächst unter. Der Kurswechsel wird unter anderem damit begründet, dass die neue US-Regierung vor allem internationale Drogenkartelle in der neuen Legislaturperiode im Fokus hat. Weiterhin dürfte eine Rolle spielen, dass die Trump-Regierung sich um bessere Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin bemüht. Die Mitglieder der Taskforce sollen zu ihren ursprünglichen Posten zurückkehren, die sie vor der Einberufung innehatten.

Welche unmittelbaren Folgen der Kurswechsel für die "Tango" hat, ist unklar. Eine Anfrage der MZ bei der Guardia Civil blieb zunächst unbeantwortet.

Preisgekrönte Yacht im Wert von 150 Millionen Euro

Die "Tango" wurde 2011 in den Niederlanden von Feadship nach einem Entwurf des renommierten Designers Harrison Eidsgaard gebaut. Sie kann 14 Gäste in sieben Kabinen und 22 Besatzungsmitglieder beherbergen. Im Jahr 2012, ein Jahr nach ihrem Stapellauf, wurde sie mit den World Super Yacht Awards ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung in der Schiffsarchitektur. Schätzungen zufolge ist die "Tango" 150 Millionen Euro wert.

Die Yacht wird über ein komplexes System an Gesellschaften gehalten. Die "Tango" fährt unter der Flagge der südpazifischen Cook-Inseln, ist aber auf eine Gesellschaft auf den britischen Virgin Islands gemeldet. Diese Gesellschaft wiederum wird über Firmen in Panama verwaltet, heißt es von der Guardia Civil. Ziel dieser Manöver ist es, die tatsächlichen Besitzverhältnisse zu verschleiern.

Wekselberg gilt als einer der reichsten Männer Russlands. Nach Angaben des Magazins "Forbes" verfügt er im Februar 2025 über ein Vermögen von 7,8 Milliarden US-Dollar und steht auf Platz 381 der Liste der reichsten Menschen der Welt. Ihm gehört das größte Aluminiumunternehmen der Welt, und er investiert in den Energie- und Telekommunikationssektor. 2018 war der Magnat schon einmal von den Vereinigten Staaten mit Sanktionen belegt worden, weil er zu Putins engen Vertrauten gehört. Sein Vermögen auf US-Territorium wurde beschlagnahmt, US-Bürger durften fortan keine Geschäfte mehr mit ihm machen. In der EU steht Wekselberg nach derzeitigen Informationen nicht auf der Sanktionsliste.

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