Warum 200 Wohnwagen den Verkehr in Palma lahmlegten
Es kam zu einem großen Stau in der Innenstadt

200 Wohnwagen-Fahrer demonstrierten mit ihren Gefährten in Palma. / Europa Press
200 Wohnwagenbesitzer haben am Samstagabend (8.2.) den Verkehr in Palmas Innenstadt lahmgelegt. Mit der Demonstration wollten die Camper auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. Die Stadt Palma will parkende Wohnwagen aus dem Stadtgebiet verbannen und verbieten, darin zu leben. Viele der Betroffenen finden jedoch keine andere Unterkunft.
Die Wohnwagen fuhren über den Carrer Manacor ins Zentrum. Bis die Kolonne vorbeigezogen war, dauerte es um die 15 Minuten. Entsprechend lang waren die Autoschlangen dahinter.
"Wir campen nicht, wir machen keinen Dreck. Dennoch hat man uns viele Orte verboten, wo wir parken dürfen", sagte Wohnwagenbesitzer Baltasar. Er lebt nicht in dem Gefährt, sondern nutzt es nur für Urlaub.
Javier Fuster stellte sich als Organisator der Demo vor. "Wir sehen die neuen Regeln als diskriminierend an. Sie verstoßen gegen unsere Rechte", sagt er. In der vergangenen Wochen wurde auf Mallorca auch über die Anzahl an Wohnwagen gestritten. Bürgermeister Jaime Martínez sprach von 5.000 Gefährten, die Balearen-Universität UIB zählte 150. Fuster schätzt, dass es 1.000 sind. "Der Bürgermeister kann gerade so mit seinen Fingern zählen."
So soll das Wohnwagen-Verbot aussehen
Die geplanten neun "Benimmregeln" verbieten das Übernachten in Wohnwagen oder Campingmobilen, die auf öffentlichen Straßen geparkt sind. "In Palma lebt man in Wohnungen, nicht in Wohnmobilen", sagte Martínez bei der Präsentation des Gesetzesvorhabens Ende November 2024. Das Campen soll im gesamten Stadtgebiet von Palma verboten werden. Die Fahrzeuge sollen maximal zehn Tage am selben Standort bleiben. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen zwischen 750 und 1.500 Euro rechnen.
Für immer mehr Menschen ist es in den zurückliegenden Monaten der letzte Ausweg gewesen, in Wohnmobilen zu übernachten. Sie können sich aufgrund der Wohnungsnot keine eigenen vier Wände mehr leisten. So entstanden etwa in Son Hugo, Son Gual oder nahe dem Strand Es Carnatge ganze Wohnwagensiedlungen, die nun aufgelöst werden müssten. Martínez ließ allerdings durchblicken, dass man in Härtefällen milde verfahren würde und die betroffenen Menschen zunächst an die Sozialdienste weiterleite.
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