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DNA-Probe gibt Gewissheit: Vermisste 24-Jährige starb im Müllcontainer auf Mallorca

Die Polizei betonte erneut, dass ein Fremdvergehen ausgeschlossen wird

Die junge Frau starb im Oktober in der Müllpresse.

Die junge Frau starb im Oktober in der Müllpresse. / SOS Desparecidos

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die Ergebnisse der DNA-Analyse im Fall der vermissten 24-Jährigen Agostina Rubini Medina auf Mallorca sind da. Wie die Nationalpolizei am Freitag (28.2.) in einer Pressemitteilung bestätigt, können zwei auf der Mülldeponie Son Reus gefundene Knochenreste der jungen Dame zugeordnet werden. Das bestätigt die Annahme der Ermittler, die ein Fremdvergehen ausschließen und von einem tragischen Unfall sprechen.

In 24-Stunden-Schichten durchsuchte die Polizei einen Monat lang 60.000 Tonnen Müll. Dabei fanden die Beamten mehr als 1.000 Knochenreste, die die balearische Rechtsmedizin untersuchte und zum Schluss kam, dass zwei davon Menschen gehörte. Im Labor konnten die Wissenschaftler einen DNA-Abgleich mit Proben unternehmen, die die Familie der 24-Jährigen zur Verfügung gestellt hatte. Beide Funde stimmten überein. Für die Polizei ist der Fall somit abgeschlossen.

Was war passiert?

Die junge Dame war am 2. Oktober 2024 nach Kursen in der Berufsschule in Palma nach Santa Catalina ausgegangen, um mit Freunden Party zu machen. Sie telefonierte normal mit ihrer Mutter und lud ein Selfie aus dem Bad eines Lokals hoch. Gegen 23 Uhr verschwand das Handysignal, die Polizei konnte das Telefon später auf der Müllverbrennungsanlage orten.

Laut der Rekonstruktion der Ermittler, ging die 24-Jährige nach ein paar Drinks alleine zur Bushaltestelle, um den TIB-Bus 104 zu nehmen, der sie nach Hause nach Palmanova bringen sollte. "Unterwegs stoppte sie in einem kleinen Minimarkt, um Chips zu kaufen. Das geht aus der Kreditkartenrechnung hervor", so Chefermittler Ángel Ruiz bei einer Pressekonferenz im vergangenen Oktober. Der Angestellte des Ladens meinte, Rubini sei nicht das erste Mal dagewesen, aber auch keine Stammkundin. Er habe sie in einem betrunkenen Zustand gesehen. "Es war aber nicht so, dass sie torkelte", sagte Ruíz.

Um 23.57 Uhr nahm eine letzte Kamera sie an der Ecke Carrer Andrea Doria/Plaça del Pont auf. "Auf den Bildern der nächstgelegenen Kamera ist sie nicht mehr zu sehen. Das war aber auch logisch, denn auf dem Weg befand sich die Haltestelle, wo sie stoppte."

Ab hier tut sich eine Lücke von 15 Minuten auf, über die nur spekuliert werden kann. "Wir gehen davon aus, dass sie etwas aus einem Müllcontainer angeln wollte, was ihr hineingefallen war. Dabei stürzte sie und blieb wohl bewusstlos im Container liegen", sagte Ruíz. Augenzeugen davon gibt es nicht. "Wenn ich in einen Müllcontainer klettern müsste, würde ich darauf achten, dass mich keiner sieht", sagt Ruiz.

Zeuge tauchte wenig später auf

Um 0.12 Uhr tauchte ein Mann an der Haltestelle auf, an der die Müllcontainer stehen. Er setzte sich auf eine Bank nebenan. Ihm fiel auf, dass neben dem Container eine Tasche sowie ein Shirt im Leopardenmuster - das die junge Frau in der Nacht trug - fein säuberlich abgelegt worden waren. "Er stand sogar auf und schaute es sich aus der Nähe an. Er muss nur wenige Zentimeter neben dem Container gewesen sein, hörte aber nichts", sagte Ruíz.

Um 0.20 Uhr kam mit zwei Minuten Verspätung der Bus, den Rubini Medina nehmen wollte. Sie stieg nicht ein. Die drei Personen, die einstiegen, hatten nichts gesehen. "Wir haben alle Personen und Fahrzeuge, die in der Zeit dort entlanggekommen sind, geprüft. Es hatte niemand die Gelegenheit, ihr etwas anzutun. Wenn sich jemand der Sachen hätte entledigen wollen, hätte er sie nicht ordentlich neben den Container gelegt", so Ruíz.

Müllwagen verfügen über eine Presse

Um 0.27 Uhr leerte der Emaya-Müllwagen den Container. "Zu dem Zeitpunkt hatte er 7.500 Kilo Müll geladen." Die Fahrzeuge sind mit einer Presse versehen, die den Abfall zusammendrückt. "Es ist unmöglich, im Müllwagen zu überleben", sagte der Ermittler. Um 0.52 Uhr erreichte das Fahrzeug die Müllverbrennungsanlage Son Reus. Die Daten des Handys der 24-Jährigen decken sich mit dem Emaya-Bericht.

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