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Drogenprozess auf Mallorca: Pokerprofi blieb gelassen, als die Beamten das Rauschgift fanden

Am Landgericht in Palma hat am Donnerstag (27.2.) der Prozess gegen Salman B. begonnen, der auf Ibiza mit großen Mengen Drogen erwischt wurde

Salman B. (Mi.) bei Ankuft vor dem Landgericht in Palma.

Salman B. (Mi.) bei Ankuft vor dem Landgericht in Palma. / Marcos Ollés

Am Donnerstag (27.2.) hat am Landgericht in Palma der Prozess gegen den kuwaitischen Pokerprofi Salman B. begonnen. Dem 37-jährigen Sohn einer der reichsten Familien des Nahen Ostens wird vorgeworfen, im Juli 2021 mit größeren Mengen Drogen an Bord in einem Privatjet von Las Vegas nach Ibiza gereist zu sein. Die Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Gefängnis und 53.000 Euro Strafe für den Mann, der auch die US-Staatsbürgerschaft hat.

Gleich zum Beginn der mündlichen Verhandlung stellte die Verteidigung den Antrag, dass der Angeklagte erst zum Abschluss des Prozesses befragt wird. Dem gaben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Richter statt. Somit begann der Prozess mit den Aussagen der Guardia-Civil-Beamten, die nach der Landung am 16. Juli 2021 um 3.30 Uhr nachts die Drogen fanden.

So schildern die Beamten den Fund

Zunächst sagte der Beamte aus, der an der Kontrolle des Handgepäcks im Scanner beteiligt war. Die Kollegin, die den Bildschirm überwachte, habe ihn auf den verdächtigen Inhalt in zwei Koffern aufmerksam gemacht. In diesen befanden sich mehrere Tüten mit Drogen. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte 83 Gramm Kokain, 348 Gramm Ketamin, 52 Gramm MDMA und 543 Gramm Cannabis dabei. Die Substanzen haben einen geschätzten Marktwert von 26.514 Euro.

Der Angeklagte habe gegenüber den Beamten zugegeben, dass sowohl die Koffer als auch die Drogen ihm gehörten. Er sei die ganze Zeit über ruhig gewesen. Der Guardia-Civil-Beamte wies die Darstellung der Verteidigung zurück, dass es nicht bewiesen sei, und dass es sich bei den Koffern auch um die eines Mitreisenden handeln könnte. "Die einzigen Koffer, die zu dem Zeitpunkt im Scanner waren, waren die des Angeklagten."

Ähnlich äußerte sich ein anderer Guardia-Civil-Beamter, der Salman B. nach dem Drogenfund verhörte. Auch hier habe er erklärt, dass es seine Koffer seien und der Inhalt ihm alleine gehöre. Allerdings habe er sich nicht zu der Frage geäußert, inwieweit er die Drogen selbst konsumieren oder möglicherweise verkaufen wollte. Auch drei Freunde des Angeklagten hätten bestätigt, dass es Salman B.'s Drogen waren.

Ungewöhnliche Reisegesellschaft

Dass das Flugzeug genau kontrolliert wurde, lag auch daran, dass es eine ungewöhnliche Reisegesellschaft war, erklärte ein weiterer Beamter, der die Koffer im Gepäckraum des Fliegers untersuchte. "Es war ein sehr großes Privatflugzeug." Salman B. sei mit rund 30 Personen an Bord nach Ibiza gereist. Man habe ihm gesagt, dass Salman B. der Besitzer des Privatjets sei. "Ich fand es bemerkenswert, dass sich ein so junger Mann einen so großen Flieger leisten kann." In den Koffern im Gepäckraum habe es keine verdächtigen Funde gegeben.

Die Aussage von Salman B. wird für Freitag erwartet. Seine Verteidiger fordern einen Freispruch.

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