Migrantenboote gekentert: Immer mehr Leichen werden an Mallorcas Stränden angespült
Schon wieder fand die Guardia Civil einen toten Körper. Es dürfte nicht der Letzte sein

Die Guardia Civil bringt die Leichen zur Rechtsmedizin. / Guardia Civil
Die Leiche eines jungen Mannes wurde am Donnerstagmittag (6.3.) an einen Strand auf Mallorcas Nachbarinsel Formentera angespült. Es ist bereits der zweite Tote binnen weniger Tage. Die Guardia Civil befürchtet, dass in der kommenden Zeit weitere Leichen folgen werden.
Mutmaßlich handelt es sich bei den angespülten Toten um Migranten, die in Flüchtlingsbooten in Algerien in See stachen und kenterten. Am 22. Februar griffen die Behörden ein Boot mit 22 Migranten vor Ibiza auf. Die Insassen erzählten, dass eine Frau ins Wasser fiel und vier Männer versuchten, sie zu retten. Alle fünf Personen ertranken dabei.
Am 11. Oktober des vergangenen Jahres rettete ein Skipper mit seinem Segelboot drei Personen aus dem Meer. Sie berichteten, dass sie mit 17 Personen die Reise in Algerien antraten. Den verschiedenen Organisationen in Algerien, die sich um die Migranten sorgen, sind weitere Fälle von Booten bekannt, die ihr Ziel nicht erreichten.
DNA-Abgleich, um irgendwann vielleicht die Identität bestimmen zu können
In diesem Jahr wurden bereits fünf Leichen in Formentera angespült, in der vergangenen Woche erreichte ein Körper den Strand Son Moll in Cala Ratjada. Die jungen Männer waren jeweils komplett bekleidet. Die Leiche in Cala Ratjada trug eine Schwimmweste. Dokumente hatte sie keine dabei.
Die Guardia Civil kümmert sich um die Fälle und bringt die Leichen zur Rechtsmedizin. Dort werden DNA-Proben entnommen. Es besteht die Hoffnung, dass sich in Zukunft ein Familienmitglied meldet und Proben für einen Abgleich stellt. Fingerabdrücke können die Rechtsmediziner in der Regel nicht nehmen. Die Leichen befanden sich tagelang im Wasser und die Körper sind zu verwest.
Was passiert mit den Migranten?
Für die Migranten, die Mallorca ohne Schaden erreichen, ist die Insel in der Regel nur eine Durchgangsstation. Nach einer ärztlichen Untersuchung durch das Rote Kreuz werden sie auf das Festland gebracht. Nur minderjährige Migranten ohne Begleitungen kommen in Heime auf Mallorca, die jedoch kaum noch Kapazitäten haben.
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