Ermittler sicher: Erschießung der 79-Jährigen in Puigpunyent war geschlechtsspezifischer Mord
Die Ermittlungen ergaben, dass der Rentner selbst den Notruf wählte, nachdem er seine Frau erschossen hatte

Miquel A. Borràs/Efe
Wende bei der Tragödie in Puigpunyent, bei der ein 82-Jähriger am Mittwochmorgen (19.3.) seine 79-jährige Gattin erschoss und die Waffe danach gegen sich selbst richtete: Nachdem die Ermittler zunächst davon ausgegangen waren, dass das Ehepaar einen gemeinsamen Suizid vereinbart hatte, sind sie nun sicher: Es war ein geschlechtsspezifischer Mord. Demnach habe der Mann seine schwerkranke Ehefrau von hinten erschossen. Danach habe er sich selbst in den Bauch geschossen.
Die Rettungskräfte waren gegen 7 Uhr morgens gerufen worden. Vor Ort fanden sie den leblosen Körper der Seniorin auf dem Bett. Sie hatte Schussverletzungen im Rücken. Zunächst versuchten die Sanitäter sie wiederzubeleben, konnten aber letztlich nur ihren Tod feststellen. Der Mann derweil war bei Bewusstsein. Er saß blutend neben seinem Jagdgewehr und hatte eine tiefe Wunde im Oberkörper und wurde schwerverletzt im Krankenhaus Son Espases gebracht. Dort befindet er sich in Polizeigewahrsam.
Rentner rief selbst den Notruf
Die Ermittlungen ergaben, dass der Rentner selbst dien Notruf gewählt hatte, nachdem er die Schüsse abgegeben hatte. Am Telefon hatte er erklärt, dass er zunächst auf seine Frau, danach auf sich selbst geschossen hatte. Eigentlich habe er sich in die Brust schießen wollen, aber die Waffe sei in letzter Sekunde abgerutscht.
Je weiter die Ermittlungen fortschritten, desto weniger ließ sich die Theorie des gemeinsamen Suizids halten. Demnach hatte der Mann erst kürzlich einen Familienangehörigen kontaktiert und seine Tötungsabsichten durchblicken lassen.
Die Ermittler fanden heraus, dass die Frau schwere gesundheitliche Probleme hatte und erst kürzlich operiert worden war. Sie hatte große Schwierigkeiten beim Laufen. In anderen Berichten hatte es auch geheißen, dass die Frau eine schwere Erkrankung im Endstadium habe.
Das Paar hatte zwei Söhne, zu denen der Vater ein sehr schlechtes Verhältnis hatte. Zudem steckten die Eheleute in finanziellen Schwierigkeiten. Um diese zu lösen hatten sie erst kürzlich das Wohnhaus in Puigpunyent, wo sie seit einigen Jahren nach einem Umzug aus Calvià lebten, für 850.000 Euro zum Verkauf angeboten.
Geschlechtsspezifische Gewalt
Es handelt sich um den ersten Feminizid auf Mallorca im laufenden Jahr, spanienweit wurden bislang sechs Fälle bekannt. Morde an Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner erfahren hierzulande eine große Aufmerksamkeit. Seit 2003 werden sie statistisch erfasst. Auf den Balearen wurden seither 43 Morde gemeldet. Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt finden in Spanien unter der Nummer 016 Hilfe.
Wer auf Mallorca Hilfe oder jemanden zum Zuhören braucht, kann sich jederzeit unter der Nummer 971-46 11 12 an das „Teléfono de la esperanza" wenden. Wer kein Spanisch spricht, kann auch die Telefonseelsorge in Deutschland kontaktieren. Die regulären Telefonnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 funktionieren von Mallorca aus nicht, aus dem Ausland ist die Telefonseelsorge jedoch unter der internationalen, europäischen Nummer 116 123 zu erreichen. Unter www.telefonseelsorge.de gibt es außerdem eine Online-Beratung.
- Reifen bei der Landung verloren: Flugzeug blockiert Landebahn am Flughafen Mallorca
- Wird in diesen Restaurants im Norden Mallorcas gezielt Urlauberabzocke betrieben?
- Spontan Warnstufe Gelb ausgegeben: Das Wetter auf Mallorca wird nochmal ungemütlich
- Mallorca vor dem Feiertags-Marathon: So wappnet sich Cala Ratjada vor Saufurlaubern
- Die große Übersicht über die verschiedenen Gemeinden: So viel kosten 2026 die Strandliegen und Sonnenschirme auf Mallorca
- Nach dem Regenguss auf Mallorca: Jetzt startet der Frühsommer
- So einfach kann man in den meisten Mallorca-Gemeinden jetzt ein Taxi per WhatsApp bestellen
- Betrug auf Mallorca: Urlauber benutzen TIB-Überlandbusse vermehrt mit Fahrkarten von Residenten