Schon wieder: Segelboot im Südwesten von Mallorca an den Strand gespült
Der Besitzer hat zwei Wochen Zeit, um es entfernen zu lassen

Ralf Petzold
Am Strand von Cala Fornells in der Gemeinde Calvià im Südwesten von Mallorca liegt ein Segelschiff. Der Zivilschutz hat es notdürftig mit einem Band abgesperrt, um Schaulustigen zu signalisieren, dass das kein Spielplatz ist. "Aikido" steht auf dem Heck, darunter der Name der polnischen Hafenstadt Gdansk. Am Mast prangt ein gelber Aufkleber der Gemeinde Calvià. Darin fordert die Verwaltung den Besitzer des Bootes auf, selbiges innerhalb von zwei Wochen zu entfernen. Sollte er Einwände haben, habe er zehn Tage Zeit, um das Rathaus davon in Kenntnis zu setzen.
Wie lange das Boot da schon liegt, ist unklar. Der Aufkleber der Gemeinde ist auf Mittwoch, den 26. März datiert. Laut einem Sprecher der Gemeindeverwaltung wurde es vor einigen Tagen bei einem Sturm angespült. Dies könnte also am 21. März gewesen sein, als das Sturmtief Martinho über die Insel fegte. Damals stürzten unter anderem mehrere Bäume an der Playa de Palma um.

"Aikido" steht auf dem Heck des Segelboots. / Ralf Petzold
Dass das Boot schnell verschwinden wird, ist zu bezweifeln. Immer wieder werden in der Gemeinde Calvià bei stürmischem Wetter Boote an die Küste gespült. Und es ist für die Behörden alles andere als leicht, die Besitzer ausfindig zu machen. Nicht selten muss die Verwaltung selbst die Abschleppkosten vorstrecken. Die Boote werden in der Zwischenzeit geplündert.
Wo die meisten Schiffe angespült werden
Besonders häufig kommt es am Strand Son Maties in Palmanova vor. Zuletzt etwa im April 2024:
Im September 2023 wurde ein elf Meter langes Boot von Sturmböen ans Ufer gespült, wo es tagelang in Schieflage lag und auch zu einer Attraktion für Badegäste und Passanten wurde. Erst später kam der Besitzer an den Strand und versuchte, sein Schiff mit der Hilfe zahlreicher Freiwilliger wieder ins Meer zurückzuziehen. Er hatte dafür eigens ein Fischerboot, eine llaüt, organisiert, das das Segelboot quasi abschleppen sollte. Damit wollte er sich augenscheinlich mehrere Tausend Euro sparen, die eine professionelle Bergung kosten kann. Die Ortspolizei und die Guardia Civil allerdings verhinderten den Bergungsversuch und machte Sicherheitsbedenken geltend.
Deutlich länger dauerte es bei der Yacht, die im Februar 2019 in Son Maties gestrandet war. Ein ganzes Jahr lang wurde sie nicht angerührt. Damals musste das Rathaus von Calvià rund 80.000 Euro aus seinem Haushalt für 2020 lockermachen, um die 22 Meter lange Yacht abzuwracken. Die Gemeinde forderte später das Geld vom Eigentümer zurück.
Zehn Schiffe auf einen Schlag
Im Oktober 2024 wurden gleich zehn Schiffe auf einen Schlag an die Küste von Santa Ponça gespült, darunter auch ein größeres Segelboot. Bei den Strandbesuchern sorgte das Bild für Erstaunen. /pss/rp
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