"Moderne Lebensräume geplant": Deutscher Betreiber verkauft den umstrittenen Safari Zoo auf Mallorca
Der Zoo in Sa Coma, der vor 56-Jahren gegründet wurde, sorgte mehrfach für Proteste der Tierschützer. Ein Unternehmen vom Festland will die alten Vorbehalte von Tierschützern sprengen - und für die Tiere "moderne Lebensräume" schaffen
Mallorcas umstrittener Safari Zoo hat einen neuen Besitzer. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die deutsche Betreiberfamilie Mentz die Einrichtung in Sa Coma bereits im Januar der Unternehmensgruppe "Rain Forest" verkauft. Diese betreibt unter anderem auch den Zoo Bioparc in Valencia. Das bestätigte das Unternehmen auf MZ-Anfrage. "Wir haben bereits geöffnet, es wird aber neben dem laufenden Betrieb einige Umbauarbeiten geben", so eine der Mitarbeiterinnen.
Änderungen geplant
Laut der spanischen Tageszeitung "Última Hora" hat die neue Eigentümerschaft vor, den Zoo in ein "Zentrum zur Beobachtung von Tieren" zu verwandeln. Naturschutz, Umweltfreundlichkeit und Aufklärung sollten dabei stärker in den Vordergrund rücken und "moderne Lebensräume für Tiere" geschaffen werden.
Das Unternehmen aus Valencia kaufte auch die Grundstücke an der Landstraße zwischen Cala Millor und Porto Cristo, auf denen der Zoo seit Jahrzehnten untergebracht ist. Langfristig wolle man das Gelände an das neue Konzept anpassen. Die Tiere, die aktuell im Safari Zoo leben, wolle man zunächst behalten, so der Medienbericht. Unter den mehr als 600 Tieren befinden sich Zebras, Nashörner, Flamingos, Affen verschiedener Arten, eine Giraffe, Schildkröten, Elefanten, Papageien, Rinder und Pferde.
Schimpansen-Skandal
Der Zoo blickt auf eine 56-jährige Geschichte zurück. Im Jahr 1969 ließ der deutsche Tierhändler Hermann Ruhe das Gelände einzäunen, um dort die Wildtiere unterzubringen, die er aus Afrika mitbrachte und später an europäische Zoos verkaufte. Ende der 1980er-Jahre wurde der Safari-Zoo unter der Leitung von Siegfried Mentz zu dem, was er heute ist.
In Tierschutzkreisen ist der Safari Zoo verpönt. Kritisiert werden angeblich nicht artgerechte Unterbringungen. Zudem sorgte der Safari Zoo mehrmals für negative Schlagzeilen, wie im Frühjahr 2015. Damals war ein Schimpansenpärchen entlaufen, weil ein elektronisches Sicherungssystem ausgefallen war. Drei Tage lang suchten Sicherheitskräfte nach den als gefährlich geltenden Tieren. Das Weibchen wurde letztlich erschossen, das Männchen tot in der Kläranlage von Sant Llorenç aufgefunden. Tierschützer stellten Strafanzeige gegen die damaligen Betreiber.
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