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"Palma den Deutschen": Graffiti sorgt für Aufsehen auf Mallorca

Noch ist nicht bekannt, wer hinter der Aktion steckt

"Inländer raus, Palma den Deutschen" ist auf einer Haustür zu lesen.

"Inländer raus, Palma den Deutschen" ist auf einer Haustür zu lesen. / Ralf Petzold

Nur wenige Tage, nachdem Tausende Menschen in Palma gegen die Wohnungsnot protestiert haben, sorgt ein deutschsprachiges Graffiti in der Stadt für Aufsehen. An der Tür eines Hauses auf der Stadtmauer Dalt Murada prangt der Spruch "Inländer raus! Palma den Deutschen". Weitere Graffiti mit der gleichen Botschaft soll es auch an anderen Orten der Stadt geben.

Bislang ist nicht bekannt, wer hinter dieser Aktion steckt. Es ist möglich, dass auf sarkastische Weise darauf hingewiesen werden soll, wie viele Einheimische derzeit den Wohnungsmarkt empfinden. Nämlich, dass sie keine Chance gegen die reichen Einwanderer aus Nordeuropa haben und gezwungen sind, ihre Stadtviertel und Dörfer zu verlassen.

Nicht die ersten deutschen Graffiti

Es ist nicht das erste Mal, dass deutschsprachige Graffiti in Palma für Aufsehen sorgen. Im vergangenen Sommer tauchte an mehreren Orten in der Altstadt der Spruch „Tourismus macht frei“ in Anlehnung an das Motto „Arbeit macht frei“ in den Konzentrationslagern der Nazizeit in Deutschland auf. Der Urheber der geschmacklosen Graffiti wurde damals nicht ausfindig gemacht. Ohnehin war das vergangene Jahr von aggressiven Botschaften geprägt. In Manacor sprühte jemand "Kill a tourist" auf eine Wand. Vergleichsweise harmlos waren dagegen noch die Aufkleber mit der Aufschrift „Tourists go home“, die Unbekannte auf die Windschutzscheibe des Mietwagens einer Urlauberfamilie in Bunyola klebten.

Es könnte sein, dass das neuerliche Graffiti der Auftakt für eine neue Kampagne ist. Fakt ist: Viele Mallorquiner fürchten die Verdrängung von ihrer Insel, weil sie mit den hier üblichen Gehältern nicht mehr auf dem Wohnungsmarkt mithalten können. Vor wenigen Wochen veröffentlichte die Bürgerinitiative Banc de Temps de Sencelles, die im vergangenen Jahr mit einem aufsehenerregenden Video die Proteste gegen Wohnungsnot und Massentourismus auf Mallorca ins Rollen brachte, ein neues Video. Darin berichteten die Aktivisten unter anderem: "In der Klasse meines Sohnes sind es schon drei Familien, die Mallorca verlassen haben."

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