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Weil Louis Vuitton einzieht: Wahrzeichen von Palma eine Woche gesperrt

Die Luxusmarke organisiert im Castell Bellver Modenschauen und Gala-Dinner. Normale Besucher bleiben außen vor

Das Castell de Bellver in Palma ist längst nicht nur bei Urlaubern beliebt.

Das Castell de Bellver in Palma ist längst nicht nur bei Urlaubern beliebt. / B. Ramon

Wer in den kommenden Wochen das Castell de Bellver in Palma besuchen will, könnte vor verschlossenen Türen stehen: Das Rathaus von Palma schließt den Zugang zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten Palmas. Der Grund ist eine internationale Ausstellung der neuesten Schmuckkollektion der Luxusmodemarke Louis Vuitton.

Eine Woche lang ist das beeindruckende Schloss ganz gesperrt, an acht weiteren Tagen werden zumindest Teile des Schlosses geschlossen, damit die Verantwortlichen der Ausstellung in Ruhe auf- und abbauen können. Besucher seien von der Teilschließung aber nicht betroffen, heißt es. Louis Vuitton hat das Schloss vom 16. Mai bis zum 2. Juni gemietet.

Für die Nutzung des Castell de Bellver zahlt die Luxusmarke der Stadtverwaltung 175.000 Euro. Dadurch dass das Schloss während des genannten Zeitraums für Zuschauer gesperrt ist, würde das Rathaus aber auch 34.000 Euro verlieren, heißt es in einem Schreiben. Die Kosten für Sicherheitsfirmen und die Reinigung übernehmen die Verantwortlichen von Louis Vuitton.

Am 26., 28. und 30. Mai finden im Schloss Bellver dann drei Modeschauen und drei Gala-Dinner statt. Jeweils 200 Gäste aus aller Welt, darunter auch einige Promis und Journalisten aus aller Welt, sollen dafür im Schloss zu Gast sein.

Vom Schloss Bellver in Palma aus kann man auf die Stadt schauen.

Vom Schloss Bellver in Palma aus kann man auf die Stadt schauen. / Simone Werner

Antrag abgelehnt

Bereits im Januar soll das Mode-Unternehmen beim Rathaus für ein Event angefragt haben - damals für einen Zeitraum von über drei Wochen. Den Antrag lehnte die Stadt aber ab. Ein kürzerer Zeitraum war hingegen kein Problem.

Die sozialistische Partei PSOE in Palma kritisierte die Verantwortlichen im Rathaus dafür, dass sie ein öffentliches Gut und Wahrzeichen wie das Castell de Bellver privatisieren und nutzen, um damit durch eine "Party mit VIPs" Geld zu verdienen, wie Parteisprecher Xisco Ducrós es nannte. Er fordert den Bürgermeister auf, die Genehmigung für das Event zu widerrufen.

"Seine Ausrede ist, wieder einmal, dass die Stadt so touristisch gefördert wird. Doch das muss Palma gar nicht. Was die Stadt eher braucht, sind Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnungsnot“, fügte er hinzu.

Nicht die einzige private Nutzung

Die Stadtverwaltung verteidigte sich gegen die Anschuldigungen. Eine private Nutzung des Wahrzeichens sei vorgesehen. "In den letzten zehn Jahren gab es im Jahresdurchschnitt zwischen 30 und 45 Konzessionen für Veranstaltungen, Konzerte, Empfänge oder Abendessen. Darüber hinaus ist das Schloss in den gut zwei Wochen, in denen es teilweise oder ganz geschlossen ist, nur an drei Montagen nicht für die Öffentlichkeit zugänglich“, hieß es vonseiten der Verantwortlichen im Rathaus. Zudem sollen die 175.000 Euro, die die Stadt durch die Nutzung des Schlosses von der Firma Louis Vuitton erhält, letztlich in die Kultur der Stadt zurückfließen, vorzugsweise in die Sanierung der Burg. /sw

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