Nach 30 Jahren erstmals wieder ausverkauft: Riesiger Andrang bei Stierkampf in Inca
Erstmals seit langem waren auch wieder Minderjährige im Publikum des blutigen Spektakels zugelassen. Sie kamen zu Hunderten

Volles Haus beim Stierkampf am Sonntag (13.4.) in Inca / Redaktion DM
In Inca hat am Sonntag (13.4.) seit langem wieder ein Stierkampf stattgefunden, bei dem die Arena ausverkauft war. Der Andrang war so groß, dass die Veranstaltung eine halbe Stunde später starten musste als geplant, da es vor dem Gebäude zu einem Parkchaos gekommen war.
Hunderte junge Menschen im Publikum
Nachdem der Stierkampf in den vergangenen Jahren kaum noch eine Rolle auf Mallorca gespielt hatte, und viele der Arenen heutzutage für kulturelle Veranstaltungen statt blutige Todeskämpfe genutzt werden, kann der Run auf das Spektakel in Inca als Triumph für die Veranstalterfirma "Balears Cambio de Tercio" gewertet werden. Sie erhalten aktuell weder öffentliche Subventionen noch andersartige Unterstützung von der öffentlichen Hand. Die Organisatoren hatte damit geworben, am Sonntag als besonders edel geltende Miura-Stiere antreten zu lassen.
Besonders aufsehenerregend: Laut Bericht der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" waren wohl mehr als 700 Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren unter den Zuschauern. Es war der erste Stierkampf seit Jahren auf den Balearen, bei dem Minderjährige im Publikum zugelassen waren. Lange Zeit war dies auf den Inseln per Gesetz verboten gewesen. Im Juni 2024 hatten die im Inselrat auf Mallorca regierenden rechten Parteien PP und Vox eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen. Demnach ist es Minderjährigen nun wieder erlaubt, die blutigen Kämpfe zu besuchen. Begründung: Das Spektakel sei ein "Kulturgut" und dürfe Kindern nicht vorenthalten werden.
Proteste gegen die Tierquälerei

Tierschützer protestierten gegen den blutigen Stierkampf in Inca / Manu Mielniezuk
Auch die Tierschützer sorgten in Inca für Aufmerksamkeit: Aktivisten der Stiftung Franz Weber, Progreso en Verde, der Plattform Mallorca Against Bullfighting und Satya Animal hatten zu einer Kundgebung vor der Stierkampfarena aufgerufen, um gegen die Veranstaltung zu protestieren. "Blut und Schmerz können niemals Tradition sein" und "Schluss mit der Qual" waren einige der Appelle, die sie auf Bannern und Plakaten an die Öffentlichkeit sandten.
Auf den Balearen gilt Stierkampf in weiten Teilen der Bevölkerung seit Jahren als verpönt. Versuche der linken Vorgängerregierung auf den Balearen, den Stierkampf komplett zu verbieten, waren gescheitert, weil die Kämpfe auch im spanischen Gesetz als Kulturgut gehandelt werden. In den vergangenen Jahren gab es nur noch vereinzelte corridas de toros auf den Inseln, die zudem wenig besucht waren - zumindest bisher. Die Stierkampfarena in Felanitx beispielsweise ist erst kürzlich verkauft worden und soll ab 2026 für ganz anders geartete Events genutzt werden.
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