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"Ein Wunder, ein Geschenk": Landesregierung übergibt 25 neue Sozialwohnungen

Die balearische Regierung hat 25 Sozialwohnungen im Zentrum von Palma an Senioren übergeben. Viele der Empfänger lebten zuvor lange unter schwierigen Bedingungen, und können ihr Glück kaum fassen. Doch es ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein

Josefa García ist eine der glücklichen Seniorinnen, die eine der 25 Sozialwohnungen erhalten hat

Josefa García ist eine der glücklichen Seniorinnen, die eine der 25 Sozialwohnungen erhalten hat / Guillem Bosch

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Kleiner Schritt gegen die Wohnungsnot: Am Donnerstag (24.4.) hat die balearische Landesregierung unter Marga Prohens 25 Sozialwohnungen an Senioren über 65 Jahre übergeben. In einem feierlichen Akt überreichte der zuständige balearische Minister für Wohnungsbau, José Luis Mateo, die Schlüssel zu den IBAVI-Wohnungen im Carrer Lope de Vega 3 in Palma persönlich. Das IBAVI (Institut Balear de l’Habitatge) ist das öffentliche Wohnungsinstitut der Balearen, das sich um sozialen Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen kümmert.

Neun Jahre im alten Gefängnis mit Ratten

„Ich habe neun Jahre in den Räumlichkeiten des ehemaligen Gefängnisses gelebt, ich hatte keine andere Wahl. Ab heute habe ich endlich eine Wohnung und kann meine Rente ruhiger genießen.“ So beschreibt Josefa García, eine 67-jährige Frau, ihren Neuanfang. Sie ist eine von denen, die nun die Schlüssel zu den neuen Sozialwohnungen bekommen haben. Bevor die Wohnungskrise auf den Balearen eskalierte, lebte sie noch in einem Zimmer für 250 Euro monatlich.

Ein Geschenk für Seniorinnen und Senioren

Jetzt hat die Seniorin das Gefühl, durch den Einzug in die Sozialwohnung wieder eine Perspektive zu haben. „Es ist wie ein Geschenk“, sagt García. Die Lebensbedingungen in der ehemaligen Haftanstalt, in der sie wie viele andere Wohnungslose fast ein Jahrzehnt lang hauste, beschreibt sie als katastrophal: „Es war sehr laut, viele Leute haben Drogen genommen, es gab riesige Ratten und überall lag Müll. Es wurde nichts gereinigt.“ Nach über zehn Jahren Wartezeit auf der Liste konnte sie nun endlich in ein neues Zuhause im Zentrum Palmas einziehen. „Ich bin vor Kurzem in Rente gegangen, und Gott sei Dank kann ich ab jetzt ruhiger leben.“

Angst vor Obdachlosigkeit

Auch Francisco Romero, 69 Jahre alt, ist einer der neuen Bewohner im Carrer Lope de Vega. „Diese Wohnung ist meine Rettung“, erklärt er. Seine größte Angst war es, plötzlich auf der Straße zu stehen. „Wir mussten den Mietvertrag in meiner alten Wohnung alle sechs Monate erneuern. In unserem Alter war das eine krankmachende Unsicherheit, weil wir nie wussten, ob wir rausgeworfen werden“, erzählt er.

Erschwingliche Mieten im Vergleich zum Markt

Romero hebt hervor, wie groß der Unterschied zwischen den Mietpreisen der IBAVI-Wohnungen und dem freien Markt ist: „Eine Wohnung auf den Balearen kostet heutzutage ab 1.200 Euro. Wir hätten nur noch zahlen können – und wären dabei verhungert. Jetzt können wir Miete zahlen und essen – das ist unsere Rettung.“

Luis García, 75 Jahre alt, spricht ebenfalls von einem Neuanfang. Auch er zählt zu den Glücklichen, die eine der Wohnungen beziehen dürfen. „Ich lebte im vierten Stock ohne Aufzug. In unserem Alter ist das sehr beschwerlich. Diese Wohnung ist ein Geschenk, ein Wunder“, sagt er. Er betont auch den finanziellen Unterschied: „Ich zahlte bisher 700 Euro Miete bei einer Rente von 1.200 Euro. Jetzt werde ich 350 Euro zahlen.“

Kleiner Tropfen auf den heißen Stein

Angesichts der angespannten Wohnungssituation auf den Balearen sind 25 Sozialwohnungen freilich nur eine minimale Verbesserung. Die Zahl der Obdachlosen auf Mallorca ist in den letzten Jahren durch die erhöhten Mietpreise deutlich gestiegen. Bei der letzten offiziellen Zählung im November 2023, durchgeführt von der Sozialbehörde IMAS des Inselrats, lebten in Palma 440 Personen obdachlos auf der Straße. 2019 waren es bei der vorherigen Zählung noch 207 Personen gewesen, die Anzahl hatte sich also verdoppelt. Das Rote Kreuz betreute 2023 eigenen Angaben zufolge im Großraum Palma rund 2.000 Menschen. Neuere Schätzungen sprechen von einem Anstieg auf rund 800 Menschen. Betroffen sind auch immer mehr Familien, Alleinerziehende und auch alleinstehende Arbeitnehmer, die auf der Straße landen wenn sie sich nicht mal mehr ein WG-Zimmer leisten können.

Proteste aufgrund der Wohnraum-Situation spitzen sich zu

Die Sozialdienste schlagen bereits Alarm und die Bevölkerung geht immer wieder für eine Verbesserung der Wohnraum-Situation auf die Straße. Auch am Freitag (25.4.) findet auf Mallorca eine Demonstration gegen die Wohnungsnot statt. Die Kundgebung beginnt um 17 Uhr auf der Plaça d'España in Palma und wird von der „Plataforma de Afectados por la Hipoteca“ (PAH) organisiert. Diese Protestaktion ist Teil der internationalen Bewegung „Global Action Housing Days“, die in 26 Ländern Demonstrationen gegen Immobilienspekulation und für bezahlbaren Wohnraum organisiert. In Spanien beteiligen sich neben Palma auch Städte wie Barcelona und Hernani an den Protesten.

Die Organisatoren fordern unter anderem mehr sozialen Wohnungsbau, Mietsenkungen und ein Ende der Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen. Sie kritisieren, dass Wohnraum zunehmend als Finanzanlage statt als Grundbedürfnis betrachtet werde.

Erst am vergangenen 5. April waren in Palma laut den Organisatoren 10.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die MZ berichtete:

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