20 Jahre später: Auf Mallorca wird einem mutmaßlichen Mitglied der Russen-Mafia der Prozess gemacht
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, Geldwäsche mittels Immobilientransaktionen getätigt zu haben

Beamte der Guardia Civil bei der Razzia gegen die Russen-Mafia. / DM
Dem russischen Staatsbürger Ilia Taber wird auf Mallorca der Prozess gemacht. Dies hat das Landgericht in Palma entschieden. Dem ehemaligen Militärangehörigen wird vorgeworfen, Teil einer mafiösen Vereinigung namens "Tambovskaya" gewesen zu sein, die auf der Insel Geldwäsche mittels Immobiliengeschäften tätigte. Die Bande war bereits vor rund 20 Jahren aufgeflogen.
Der Beschuldigte hat mit allen Mitteln versucht, eine Gerichtsverhandlung zu vermeiden. Das Gericht jedoch ist der Auffassung, dass angesichts einer drohenden Freiheitsstrafe von fünf Jahren und einer Geldbuße in Höhe von 4,6 Millionen Euro wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche ausreichende Beweise vorliegen, um den Angeklagten vor Gericht zu stellen.
Der nächste Schritt wird die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Taber sein, der trotz der Schwere der ihm zur Last gelegten Taten zu keinem Zeitpunkt in Untersuchungshaft saß. Der Angeklagte, der in Russland über großen politischen Einfluss verfügen soll, kaufte ein wertvolles Anwesen in Valldemossa, das mit Geldern finanziert worden sein soll, die mutmaßlich aus mafiösen Kreisen stammen. Diese Organisation kontrolliert unter anderem weite Teile des Ölvertriebs in Sankt Petersburg.
Warum wird Ilia Taber angeklagt?
Laut Anklage soll Taber, der als „Ökonom“ der Organisation gilt, mehrere Vermögenswerte durch Barzahlungen erworben haben. Die Mafia habe bewusst auf Banküberweisungen verzichtet, um keine Spuren der Transaktionen zu hinterlassen. Die erworbenen Güter wurden anschließend weiterverkauft, wodurch das Geld gewaschen und für neue Investitionen nutzbar gemacht wurde. Die Organisation nutzte dabei eine Gesellschaft, die als Eigentümerin der meisten Vermögenswerte auftrat, jedoch keinerlei geschäftliche Tätigkeit entfaltete.
Das Landgericht hatte in den vergangenen Jahren bereits andere Mitglieder dieser russischen Mafia angeklagt. In dem damaligen Verfahren wurden die Angeklagten jedoch freigesprochen, da das Gericht der Auffassung war, dass sie keine illegalen Aktivitäten in Spanien durchgeführt hätten – die mutmaßlichen Straftaten seien ausschließlich in Russland begangen worden.
Hauptangeklagter flieht nach Freigang
Der Hauptabwesende in jenem Verfahren war Petrov, ein mutmaßlicher Mafiaboss, der auf Mallorca festgenommen worden war und während eines genehmigten Ausgangs die Flucht ergriff. Das Gericht hatte eine luxuriöse Villa in Calvià beschlagnahmt, die ihm gehörte – diese wurde ihm jedoch inzwischen zurückgegeben.
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