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Erdbeben vor Mallorca: In der Bucht von Palma hat kurz der Meeresboden gebebt

Bei der kleinen seismischen Bewegung am Donnerstag (15.5.) ist niemand zu Schaden gekommen

Die meisten Erdbeben auf Mallorca werden von der Bevölerung kaum bemerkt.

Die meisten Erdbeben auf Mallorca werden von der Bevölerung kaum bemerkt. / IGN

Ein kleines Erdbeben hat sich am Donnerstagmittag (15.5.) in der Bucht von Palma ereignet. Um 13.24 Uhr bebte der Meeresboden in neun Kilometern Tiefe mit einer Stärke von 2,1 auf der Richterskala, wie das Nationale Geographische Institut (IGN) der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" bestätigte. Es kamen weder Personen noch Sachwerte zu Schaden.

Epizentrum im Meer

Die seismische Bewegung ereignete sich im Meer vor der Küste von Palma – in ausreichender Entfernung, sodass sie auf Mallorca nicht wahrgenommen wurde.

Da es sich um ein Beben geringer Stärke und in relativ großer Tiefe handelte, blieb das Ereignis von den Einwohnern Palmas sowie anderer Gemeinden in der Nähe der Bucht unbemerkt. Es wurde jedoch präzise von den Seismographen des spanischen Geographischen Instituts (IGN) registriert.

Erdbeben auf Mallorca kein Einzelfall

Die Insel befindet sich in einer tektonischen Übergangszone zwischen der eurasischen und der afrikanischen Platte, was gelegentlich zu Mikrobeben führt – vor allem in Unterwassergebieten wie dem Mallorcakanal oder der Umgebung der Inselgruppe Cabrera. Aus diesem Grund sind kleine Beben in dieser Region nicht ungewöhnlich, doch sie werden meist kaum von der Bevölkerung bemerkt. Einige Beispiele aus den Vorjahren sind:

  • 22. Februar 2022: Nach Angaben des Nationalen Geographischen Instituts (IGN) wurden mindestens zwei Beben registriert. Das erste ereignete sich um 19:46 Uhr mit einer Magnitude von 2,2 und einem Epizentrum in Deià. Das zweite fand gegen 21.40 Uhr statt, mit einer Magnitude von 2,5 und einem Epizentrum in Bunyola. Beide Ereignisse waren oberflächennah, was dazu beitrug, dass sie von der Bevölkerung gespürt wurden – trotz ihrer geringen Stärke.
  • 21. Mai 2003: Dies war das letzte große Erdbeben, das auf der Insel registriert wurde. Ein Beben mit Epizentrum in Algerien und einer Stärke von 6,7 auf der Richterskala. Was die Balearen erreichte, waren die Folgen davon: Wellen von zwei bis drei Metern Höhe, die Orte wie Porto Cristo und Porto Petro erreichten. Die plötzlichen Rückgänge des Meeresspiegels verursachten Schäden an fast zweihundert Booten.
  • 15. Mai 1851: Das stärkste jemals auf Mallorca registrierte Erdbeben hatte sein Epizentrum zwischen Pòrtol und Santa Eugènia. Es gibt keine Berichte über Tote oder Verletzte, doch zahlreiche Gebäude wurden beschädigt – unter anderem die Kathedrale in Palma, deren Erscheinungsbild sich für immer veränderte. Ein Turm der Hauptfassade stürzte ein, der andere wurde stark beschädigt, was schließlich zu seinem Wiederaufbau führte.

Seismische Überwachung in Echtzeit

Das Nationale Geographische Institut (IGN) überwacht ständig die Bodenbewegungen in ganz Spanien und aktualisiert in Echtzeit die verfügbaren Daten zur seismischen Aktivität im Land. Auf den Balearen überschreiten die meisten Erdbeben nicht die Magnitude drei. Zum Vergleich: Eine Stärke bis drei gilt als "sehr gering", ab fünf muss man mit Schäden rechnen – und 9,5 ist die höchste bisher gemessene Magnitude, registriert im Jahr 1960 in Chile.

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