Nach Brandstiftung am Ballermann: Deutscher kommt gegen Kaution aus der U-Haft
Der Mann soll einen Papiercontainer in Brand gesteckt haben. Das Feuer griff auf zwei Autos und einen Vorgarten über. Ihm drohen mehr als 10 Jahre Haft

Redaktion DM
Ein nach einem Containerbrand an der Playa de Palma festgenommener Deutscher ist nach zweiwöchiger Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuß. Ein Ermittlungsrichter in Palma ordnete am Donnerstagmorgen (22.5.) die Freilassung aus dem Gefängnis gegen eine Kaution in Höhe von 15.000 Euro und weitere Auflagen an. Der 38-Jährige aus Baden-Württemberg ist jedoch weiterhin der schweren Brandstiftung beschuldigt. Darauf stehen in Spanien Freiheitsstrafen zwischen zehn und zwanzig Jahren. Bis es zu einem Prozess kommt, könnten jedoch Jahre vergehen.
Der Mann war seit dem 8. Mai in Untersuchungshaft. In der Nacht auf den 7. Mai soll er auf dem Rückweg zu seinem Hotel an der Playa de Palma einen Papiercontainer in Brand gesetzt haben. Die Flammen griffen auf weitere Container, zwei Autos und den Vorgarten eines Hauses über. Der Urlauber war in Begleitung einer Frau und eines weiteren Mannes unterwegs. Die Polizei nahm auch diese beiden Deutschen zunächst fest. Das Ermittlungsgericht sah jedoch davon ab, sie in Untersuchungshaft zu nehmen. Sie sind eines Unterlassungsdelikts beschuldigt.
Mutmaßlicher Brandstifter sagte aus, er könne sich an nichts erinnern
Videoaufnahmen sowie die Aussagen seiner Begleiter belasten den nun freigelassenen 38-Jährigen als mutmaßlichen Verursacher des Brandes. Er selbst sagte vor dem Ermittlungsgericht aus, er könne sich an nichts erinnern, weil er so betrunken gewesen sei.
In Spanien kann die Untersuchungshaft bis zu zwei Jahre und in Ausnahmefällen auch darüber hinaus andauern. Die spanische Anwältin des Baden-Württembergers, Maria Barbancho, konnte jedoch geltend machen, dass ihr Mandant in der Heimat beruflich und privat fest verwurzelt ist und den Ermittlungbehörden auch in Deutschland jederzeit zur Verfügung stehe – schließlich gehören sowohl Spanien als auch Deutschland zum Schengen-Raum. Zusätzliche Sicherheit biete die von der Verteidigerin selbst vorgeschlagene Kaution von 15.000 Euro.
Drei Jahre nach dem den "Kegelbrüdern" zur Last gelegten Brand
Der Fall erinnert an einen weiteren Brand an der Playa de Palma, der sich dieser Tage zum dritten Mal jährt. Am 20. Mai 2022 ging das Dach der Außenterrasse der neben einem Hotel gelegenen Bar "Why not Mallorca" in Flammen auf. Das Feuer richtete schwere Schäden an der Bar, einem darunter liegenden Bordell sowie auch an der Außenwand des Hotels an. Die Polizei beschuldigte eine Gruppe deutscher Urlauber – die sogenannten Kegelbrüder –, den Brand durch heruntergeworfene noch glühende Zigaretten und alkoholische Getränke ausgelöst zu haben.
Einige der zunächst 13 Festgenommenen blieben unter großer Anteilnahme der deutschen Öffentlichkeit knapp zwei Monate in Untersuchungshaft. Die ebenfalls unter anderen von Maria Barbancho vertretenen "Kegelbrüder" bestreiten, für den Brand verantwortlich zu sein. Der Prozess steht noch aus.
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