"1,90 Meter, 100 Kilogramm, was soll mir passieren?": Diebe überwältigen Ballermann-Urlauber und reißen ihm 18.000 Euro teure Rolex vom Arm
Die Polizei meinte, der Deutsche habe sogar noch Glück gehabt. Nicht selten würden auch Messer zum Einsatz kommen

Archivfoto: Ein Polizeieinsatz an der Playa. / DM
"Ich habe mich immer vermeintlich sicher gefühlt", berichtet Achim M. der MZ. "Ich bin 1,90 Meter groß und wiege 100 Kilo. Da dachte ich mir immer: Was soll mir passieren?" Der 61-jährige Mallorca-Urlauber aus Heidelberg wurde vor anderthalb Wochen an der Playa de Palma überfallen. Zwei Männer rissen ihm im Carrer Mar Jonica, zwei Querstraßen hinter der Meerespromenade, die 18.000 Euro teure Rolex vom Arm.
In der Nacht auf Freitag (17.5.) machte sich der Deutsche nach der Party auf den Heimweg zum Hotel. "Gegen 4.20 Uhr war ich nur 100 Meter vom Hotel entfernt. Ich war alleine unterwegs, aber keinesfalls betrunken. Ich habe auch nicht gewankt", sagt der Deutsche. Er merkte, wie sich von hinten eine Gestalt näherte und ihn attackierte. "Der Mann packte mich und zog mich nach hinten. Ein, zwei Schläge hat er auch kassiert", sagt Achim M.. Ein Komplize des dunkelhäutigen Mannes kam wenig später hinzu. Zu zweit überwältigten sie den Deutschen.
Angreifer suchte direkt nach der Uhr
"Der Zweite griff gezielt unter meine Jacke und ging an meinen linken Arm. Entweder hatte er mich ausspioniert und wusste, dass ich eine Uhr trage, oder er vermutete es einfach." Der Deutsche schrie vergeblich um Hilfe. Zwei bis drei Minuten dauerte der gewaltsame Überfall. Danach rannten die Angreifer weg. "So schnell, die hätte ich auch zu meinen besten Zeiten nicht eingeholt", sagt der Urlauber.
Am nächsten Morgen erstattete M. Anzeige bei der Nationalpolizei. "Die Beamten waren sehr zuvorkommend. Sie meinten, ich hätte Glück gehabt. Nicht selten würden bei solchen Attacken Messer zum Einsatz kommen." Im Endeffekt entwendeten die Diebe neben der Rolex "Pepsi" sein iPhone und den Geldbeutel mit 150 Euro Bargeld und diversen Karten. "Den Personalausweis hatte ich im Tresor gelassen. Dadurch klappte der Rückflug am Tag darauf."
"Mallorca ist meine zweite Heimat"
"Im Nachhinein betrachtet war es dumm von mir, alleine durch die Nacht zu wandern. Und dann noch mit der Uhr am Arm", sagt der Deutsche. "Allerdings war ich so oft auf Mallorca und in Spanien, dass es mir wie eine zweite Heimat vorkommt. Und wo soll ich sonst die Uhr tragen? Auf dem Golfplatz? Da stört sie nur." Er plauderte nach der Attacke noch mit senegalesischen Straßenhändlern, die sauer auf ihre Landsmänner waren. Bereits 2019 bildete sich in Calvià eine senegalesische Bürgerwehr, um kriminelle Landsleute zu vertreiben.
Bei der gestohlenen Uhr besteht die Chance, dass sie eines Tages wieder auftaucht. Mit ihr die Insel zu verlassen, dürfte sich schwierig gestalten. Ein Verkauf ebenso. Das Handy hingegen ist sogar nutzlos für die Diebe, da Apple entsprechende Vorkehrungen trifft. Seiner Liebe für Mallorca schadete der Angriff nicht. "Das hätte genauso in Heidelberg oder sonstwo passieren können. Natürlich laufe ich heute nicht mehr so unbedarft durch die Gegend."
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