Geflügelfarm-Skandal: Regierung ordnet Schlachtung von 20.000 Hühnern an
Tierschützer hatten katastrophale hygienische Bedingungen in der größten Geflügelzucht auf Mallorca angeprangert. Eine Inspektion bestätigte sie zum Teil. Jetzt zieht die Regierung Konsequenzen

Hühnerhaltung in einer Halle der Geflügelzucht bei Llucmajor. / ARDE
Die Balearen-Regierung hat am Freitag (30.5.) Konsequenzen aus den skandalösen Zuständen in Mallorcas größter Geflügelfarm gezogen. Der Landwirtschaftsminister Joan Simonet verordnete die sofortige Schließung einer der sieben Hallen der Anlage von Avícola Son Perot bei Llucmajor und entzog ihr die Betriebsgenehmigung. Die rund 20.000 in dieser Halle untergebrachten Hühner müssen geschlachtet werden. Zudem wird der Vertrieb und die Vermarktung der dort produzierten Eier verboten. Dem Geflügelbetrieb drohen zudem Bußgelder von insgesamt bis zu 420.000 Euro.

ARDE
Tierschützer hatten die Zustände auf der Farm am Montag öffentlich gemacht und angezeigt. Zwischen den in der Anlage gehaltenen Hühnern lägen verweste Kadaver und Ratten streunten umher. Zudem soll Freilandhaltung nur vorgetäuscht worden sein. Eine tags drauf angeordnete achtstündige Inspektion seitens des balearischen Landwirtschaftsministeriums hatte die Vorwürfe in Teilen bestätigt, wie am Freitagmorgen bekannt wurde. Insgesamt stellten die Inspektoren laut einer Pressemitteilung in sieben Fällen schwerwiegende Verstöße gegen die Hygiene- und Zuchtvorschriften fest. Sie können mit jeweils bis zu 60.000 Bußgeld geahndet werden.
Acht tote Nagetiere in Halle 7G
Besonders gravierend seien die Zustände in der nun geschlossenen Halle 7G gewesen, so das Landwirtschaftsministerium. Zum Zeitpunkt der Inspektion seien dort acht tote Nagetiere gefunden worden, was auf "unzureichende Biosicherheitsmaßnahmen" hinweise. Darüber hinaus habe man in der Halle 15 tote Hühner gefunden, "keine hohe Anzahl, doch der Zustand der Verwesung zeigt, dass sie nicht täglich entfernt werden, wie es die Vorschriften verlangen“, heißt es in der Pressemitteilung.
Die rund 20.000 dort untergebrachten Tiere müssten daher geschlachtet, ihre Eier aus dem Verkehr gezogen werden. In den übrigen Hallen seien leichte Mängel festgestellt worden, „die behoben werden können“.
Anwohner und Tierschützer hatten die Behörden schon zuvor auf die Zustände in der Geflügelfarm hingewiesen. Die Opposition wirft auch der Gemeinde Llucmajor Untätigkeit vor. Das Landwirtschaftsministerium verweist auf diverse Inspektionen und ein bereits 2024 eingeleitetes, dann aber im Februar 2025 eingestelltes Strafverfahren wegen Umweltdelikten.
Das Unternehmen hat die Vorwürfe bislang bestritten und von regelmäßigen strengen Kontrollen gesprochen. Drei der sieben Hallen sind der Freilandhaltung gewidmet, zwei der Käfighaltung und eine der Bodenhaltung. Die Betreiberfirma Avícola Son Perot gehört einem weiteren Unternehmen namens Avícola Ballester.
- Kurzes Mallorca-Intermezzo: Erinnern Sie sich noch an die 'Goodbye Deutschland'-Auswanderer vom Schnitzelpalast in Peguera?
- Die 'Goodbye Deutschland'-Auswanderer Caro und Andreas Robens trauern auf Mallorca um ein Familienmitglied
- Bis zu 42 Grad: Hier wird es auf Mallorca in der neuen Woche am heißesten
- Tiere hängen in Trauben an Pflanzen: Schneckenplage auf den Feldern auf Mallorca
- Vox zeigt Geschichte der 'Goodbye Deutschland'-Mallorca-Auswanderer vom Schnitzelpalast in Peguera
- Sie wollen für unter 1.000 Euro auf Mallorca zur Miete wohnen? Sparen Sie sich die Suche
- Hotelbrand auf Mallorca: Gäste aus sieben Etagen in Sicherheit gebracht
- Neue EU-Fluggastrechte: Das ändert sich für Mallorca-Urlauber ab 2027
