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Deutscher findet eine Schraube im Meer auf Mallorca: Jetzt ermittelt die Polizei gegen ihn

Der Mann soll ein römisches Schiffswrack geplündert haben. Bereits 2019 kam es zu einem ähnlichen Fall, der damals im Freispruch eines deutschen Tauchers endete

Diese Objekte sollen vom Schiffswrack stammen.

Diese Objekte sollen vom Schiffswrack stammen. / Guardia Civil

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die Guardia Civil hat die Ausrüstung eines deutschen Tauchers auf Mallorca konfisziert und auch einen Metalldetektor einbehalten. Wie aus einer am Freitag (30.5.) verschickten Pressemitteilung hervorgeht, soll der Deutsche ein römisches Schiffswrack geplündert haben. Der Mann hatte eine Schraube am Strand gefunden. Am gleichen Ort nahm die Polizei 2019 einen anderen Deutschen mit dem gleichen Vorwurf fest. Der Fall endete im Freispruch.

Bei dem Wrack handelt es sich um eine ehemalige römische Galeere aus dem 1. Jahrhundert. Sie ist als Ses Llumetes bekannt und liegt nur wenige Meter von der Küste am Strand von Porto Cristo entfernt. Das Wrack ist als historisches Gut deklariert und wird regelmäßig von der Guardia Civil bewacht.

Fundstücke stammen vom Schiffswrack

Die Polizisten fingen den deutschen Taucher ab, der auf dem Weg zu seinem Auto war. Er hatte einen Neoprenanzug an und einen Metalldetektor dabei. In einer Gürteltasche trug er mehrere kleine Objekte mit sich, die er im Meer gefunden hatte. Die Guardia Civil brachte die Fundstücke ins balearische Institut für Meeresarchäologie. Dort stellte sich heraus, dass eine Schraube vom Schiffswrack stammt. Die Polizei leitete daher ein Strafverfahren wegen der Plünderung ein.

Gericht sprach Deutschen frei

Zu einem ähnlichen Fall kam es im Jahr 2019. Auch hier handelte es sich um einen deutschen Taucher, der am Strand Fundstücke vom Wrack fand. Anders als nun nahm die Polizei ihn damals fest. Der Deutsche war zwei Tage lang in Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft forderte beim Prozess im Jahr 2023 zwei Jahre Haft wegen der Plünderung des Wracks. Das Gericht sprach ihn frei, da nicht bewiesen war, dass der Deutsche überhaupt in der Nähe des Wracks war. Der Vorwurf, er habe mit einem Messer Planen zerschnitten, um an das Schiff heranzukommen, stellte sich als falsch heraus. Mit der Zeit haben die Wellen offenbar Teile des Schiffs am Strand verteilt.

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