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Polizei nimmt fünf Personen fest, die Drogenboss aus einem Gefängnistransporter befreiten

Für ein paar Stunden war der Häftling auf freiem Fuß, dann ging er erneut der Guardia Civil ins Netz

Einer der Männer bei der Festnahme.

Einer der Männer bei der Festnahme. / Guardia Civil

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die Pressemitteilung der Guardia Civil vom Donnerstag (19.6.) liest sich wie ein Hollywood-Drehbuch: Die Polizei hat fünf Personen festgenommen, die im Oktober 2023 in einer filmreifen Aktion einen Boss eines Drogenclans auf Mallorcas Nachbarinsel Ibiza aus einem Gefängnistransporter befreiten. Zumindest für ein paar Stunden war der Häftling auf freiem Fuß.

Zu dem Vorfall kam es am Morgen auf einer der Hauptverkehrsstraßen von Ibiza-Stadt. Die Polizei sollte den britischen Häftling zum Zahnarzt bringen. Mutmaßlich waren etwaige Zahnschmerzen nur vorgegaukelt, denn die Befreiungsaktion war von langer Hand geplant. Wie lange der Mann bereits im Gefängnis auf Ibiza einsaß und wie lange er noch absitzen musste bzw. muss, ist nicht bekannt. Die Haftstrafe bekam er für Drogenhandel und Geldwäsche auf internationalem Niveau.

Mit gestohlenen Fahrzeugen unterwegs

Wie die Polizei schreibt, hatte die Bande bereits Erfahrung mit derartigen Operationen. Bei ihr soll es sich um eine wichtige kriminelle Organisation aus England handeln, die von internationalen Behörden gesucht wurde. Mit einem Luxuswagen und einem Motorrad, beide gestohlen und mit gefälschtem Nummernschild, stoppte der Clan den Gefängnistransporter. Die Bandenmitglieder bedrohten die Wärter mit Schusswaffen und erzwangen die Freilassung. Die Guardia Civil konnte den Häftling wenige Stunden später wieder festnehmen. Die Befreier verbrannten die benutzten Fahrzeuge und waren seitdem auf der Flucht.

Gegen Bandenmitglieder lagen Haftstrafen vor

Die Inselpolizei arbeitete mit den ausländischen Behörden zusammen und konnte die fünf Personen später festnehmen. Wann genau, ist nicht bekannt. Drei von ihnen befanden sich zum Zeitpunkt der Festnahme auf Ibiza, einer in Großbritannien, einer in Portugal. Gegen sie lagen bereits Haftstrafen wegen Mords, Drogen- und Waffenhandel vor. Da kommen nun noch Verweigerung der Haft, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation, Körperverletzung und illegaler Waffenbesitz hinzu. Welche Konsequenzen der Fluchtversuch für den Häftling hat, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Die Polizei konfiszierte zudem 80.000 Euro Bargeld.

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