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Angst um die Wertsachen am Flughafen auf Mallorca: MZ-Leser schildern ihre Erfahrungen an den neuen Sicherheitskontrollen

Die neuen Kontrollen am Flughafen erleichtern das Reisen. Doch Handy, Geldbeutel und Uhr geraten schnell aus den Augen. Ein paar Tipps (auch von der Guardia Civil)

So sieht die neue Sicherheitsschleuse am Flughafen aus.

So sieht die neue Sicherheitsschleuse am Flughafen aus. / Aena

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Simone Werner

Simone Werner

Mehr als ein halbes Jahr ist vergangen, seit am Flughafen Son Sant Joan die neuen Sicherheitskontrollen eröffnet wurden. Mittlerweile sind, wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Aena auf Anfrage bestätigte, alle 44 Scan-Bänder für das Gepäck und 22 Körperscanner in Betrieb.

Seit der Umstellung müssen Passagiere ihre Koffer oder Taschen auf dem Band nicht mehr öffnen, um Laptops oder Flüssigkeiten herauszuholen. Durch die hochmoderne Technik soll auch verhindert werden, dass sich im Hochsommer lange Schlangen bilden. Mittlerweile geht das Durchlaufen der Sicherheitskontrollen schnell. Laut der Aena-Sprecherin dauert es selbst im Sommer nur maximal zehn Minuten.

Wie steht es um die Sicherheit?

Schnell ist gut. Doch gehen Passagiere auch mit einem entspannten Gefühl durch die controles de seguridad ? „Hattet ihr schon einmal Angst um eure Wertsachen oder wurde euch gar etwas geklaut?“, wollten wir in einem Aufruf in den sozialen Netzwerken von unseren Lesern wissen. Ein Auszug aus den Rückmeldungen, die uns dazu erreicht haben:

  • „Schön, dass ich mir hier ein Erlebnis von der Seele schreiben kann. Bei meinem letzten Flug nach Deutschland habe ich mich am einzigen geöffneten und überfüllten Schalter angestellt, den Kasten vollgepackt und vor dem Scanner gewartet, bis die Kiste kurz vor dem Durchleuchten war. Auf gleicher Höhe bin ich dann durch den Körper-Scanner und hatte dummerweise meinen Gürtel vergessen abzunehmen. Ich durfte ihn nicht zwischen die nachfolgenden Kästen legen und musste mich auf Anweisung einer extrem unfreundlichen Airport-Mitarbeiterin wieder hinten anstellen. Mein Gepäck mit meinen Wertsachen und Elektronik war dadurch mindestens zehn Minuten unbeaufsichtigt. Ich war stinksauer. Es ist aber Gott sei Dank gut gegangen“, schrieb etwa Manuela Lemmermann.
  • Mehrere Boxen sind nicht zu verfolgen, erst recht nicht, wenn ein Rucksack kontrolliert wird und ich noch vor der Schleuse stehe. Leider wurde so meine Uhr dabei entwendet. Das System sollte noch mal durchdacht werden“, schreibt Nicola Knüver.
  • „Meinem Schwager wurde auch eine Rolex geklaut. Der Anwalt hat Einsicht auf die Videoüberwachung gefordert. Wie durch ein Wunder war die Rolex nach einer Woche wieder da. Der Bericht stand später auch in dieser Zeitung“, schrieb Oliver Boettiger.
  • Bibi Wich ist stets vorsichtig: „War schon ein bisschen Fließband, und man musste ‚Auge sei wachsam‘ spielen, aber es ging auch alles zügig im Mai. Ich kann mir aber vorstellen, dass es in den Ferien sehr turbulent wird.“
  • Karen Schrot hat schlechte Erfahrungen gemacht: „Wir sind bestimmt schon 30-mal von Palma nach Deutschland geflogen. Dieses Jahr waren wir zum ersten Mal an der neuen Sicherheitskontrolle. Früher war das immer okay, aber diesmal war es sehr unbefriedigend. Man musste wirklich Angst haben, dass man all seine Sachen wiederbekommt, weil zwischen die eigenen Transportkisten einfach fremde gestellt wurden. Sehr unprofessionell und anstrengend. Ganz schlechtes Management.“
  • „Wir sind gestern durch die neue Kontrolle und waren sehr verärgert. Personal sehr unfreundlich und selbst über die Situation verärgert. Wir standen da mit circa 100 Menschen, und es ging nicht vorwärts, weil nur ein Scanner da war. Oben war es deutlich besser und entspannter. Mal sehen, wie es nächstes Jahr aussieht“, schilderte Claudia Scholz ihre Erfahrungen.
  • Volker Wittkowsky empfiehlt, einen Trick anzuwenden, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat: „Zu oft sind die Boxen mit allem, was einem wichtig ist, ohne Blickkontakt. Ich habe dann bereits vielen Vortritt gelassen, um durch die Schleuse zu gehen, und wurde immer wieder angeraunzt. Mir völlig egal. Ich lasse meine Papiere, Karten, Handy, Uhr usw. nicht unbeaufsichtigt weit hinter mir.“
  • Auch Jessy L. Cotelesso hat Tipps: „Ich bin im Mai vom PMI geflogen. Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit. Allerdings fand ich die Sicherheitskontrolle sehr chaotisch. Da ging es nicht nach der Reihe mit den Kisten, sondern kreuz und quer. Immer wo ein Slot frei wurde, wurde einer dazwischengequetscht. Man hatte Schwierigkeiten, seine Sachen im Auge zu halten. Ich lege aber auch nichts offen in die Box, wie Uhr, Handy oder Papiere, sondern entweder in meine Tasche oder drunter. Bei dem Durcheinander kann tatsächlich einfach etwas entwendet werden. Gelegenheit macht (leider) Diebe.“
  • Nutzerin Mari Thu empfiehlt, eine Diebstahl-App mit Ortung zu installieren. AirTags oder Alternativen können sich auch lohnen.
  • Rainer Thress rät: „Wertsachen nie lose in den Container legen – Gürtel mit Metallverschluss immer ausziehen und mit in den Container legen!“
  • Auch Bettina Jeche bemängelt: „Wir sind Vielflieger und haben das neue System schon mehrfach genutzt. Wenn es am Schalter ruhig ist, kein Problem. Bei vielen Personen wird es sehr konfus.“

Auch positive Worte

  • Während der Großteil der Leser Kritik übt, findet etwa Holger Bombien positive Worte: „Ich bin seit Jahren mindestens vier- bis siebenmal im Monat an den Sicherheitskontrollen. Meine Erfahrungen nach dem Umbau sind durchweg positiv. Die Abfertigung war früher schon schnell und ist jetzt oft noch zügiger. Gestohlen wurde mir und allen Bekannten noch nie etwas. Vor Kurzem habe ich eine Sonnenbrille liegen gelassen. Sie wurde mir 20 Minuten später dort ausgehändigt. Ich fliege oft von Köln, Düsseldorf und Dortmund. Alle könnten sich ein Beispiel an der Abfertigung auf Mallorca nehmen“, findet der Betreiber des „Bei Juliette und Holger“ in Peguera.

Kein Kommentar von Trablisa

Zuständig für die Sicherheitskontrolle ist in Palma die private Sicherheitsfirma Trablisa. Auch die Guardia Civil ist mit einigen Beamten am Flughafen vertreten. Sie greift etwa ein, wenn ein Passagier sich weigert, die Sicherheitskontrolle zu passieren, oder wenn gefährliche Gegenstände gefunden werden. Laut einem Sprecher gehört der Bereich der Sicherheitskontrollen zu den am besten überwachten und damit sichersten des Flughafens. Nur punktuell komme es zu Diebstählen. Dennoch wendet auch er selbst, wenn er Passagier ist, einen Trick an, den er allen anderen ans Herz legt: Den Körperscanner genau dann passieren, wenn die Wertsachen durch den Gepäck-Scanner laufen!

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