Seenotrettung im Dauereinsatz: 317 Migranten erreichen Balearen
Allein am Freitag entdeckten Seenotrettung und Sicherheitsbehörden zwölf Boote

Ankunft einer Migrantenfamilie auf Cabrera. / Manu Mielniezuk
Die Balearen haben in den vergangenen Tagen eine der größten Ankunftswellen irregulärer Migranten in der letzten Zeit erlebt. Zwischen dem 20. und 22. Juni wurden insgesamt 317 Menschen in Booten, einige davon seeuntüchtig, von den spanischen Sicherheitsbehörden und dem Seenotrettungsdienst abgefangen und gerettet.
Allein am Freitag (20.6.) wurden 195 Personen gezählt, am Samstag kamen weitere 83 und am Sonntag 39 Migranten hinzu. Aufgegriffen wurden die Migranten vor Mallorca, Cabrera, Formentera und Eivissa.
Allein zwölf Einsätze am Freitag
Die erste Rettungsaktion begann am Freitag gegen 2.50 Uhr südlich von Cabrera, wo zwölf Menschen nordafrikanischer Herkunft geborgen wurden. Bis spät in die Nacht auf Samstag folgten insgesamt elf Einsätze auf Mallorca und der Nachbarinsel Formentera, bei denen unter anderem in Colònia de Sant Jordi, La Mola und Cala d’Or immer wieder Migranten an Bord kleiner Boote entdeckt oder an Land aufgegriffen wurden. Die Menschen stammten aus Nordafrika, aber auch aus anderen Gegenden südlich der Sahara.
Am Samstag setzte sich die Ankunftsserie fort. In den frühen Morgenstunden wurden Boote bei Cabrera, Santanyí und an der Küste von Ibiza entdeckt. Später am Tag rettete der Seenotdienst unter anderem 24 Menschen südlich von Formentera. Bei einem Einsatz in La Mola trafen die Einsatzkräfte auch auf acht asiatische Migranten – bislang eine Seltenheit.
Bereits mehr Migranten als in den Vorjahren
Auch am Sonntag gerieten weitere Boote in den Gewässern rund um Formentera in Seenot. Die letzte Rettungsaktion erfolgte gegen 13.30 Uhr in der Region Sa Mola.
Die Behörden zeigen sich angesichts der hohen Zahlen besorgt. Seit Jahresbeginn sind laut Regierungsdelegation bereits mindestens 2.695 Migranten in 130 Booten auf den Balearen angekommen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Angesichts der derzeit günstigen Wetterbedingungen halten Polizei und Küstenwache ihre Überwachungssysteme weiter in erhöhter Alarmbereitschaft.
Immer wieder Tote
Seit Jahren versuchen Migranten verstärkt von Algerien aus auf Booten nach Europa kommen. Auf der gefährlichen Strecke kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Bisweilen werden die leblosen Körper der Todesopfer angespült, so wie beispielsweise Ende Mai vor der Insel Dragonera, als Einsatzkräfte der Guardia Civil die Leiche eines Mannes aus dem Meer bargen.
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