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Spanische Parlamentarier wollen Verbot der auf Mallorca beliebten "Führer"-Trikots

An der Playa de Palma gelten sie als Verkaufsschlager. Abgeordnete der Linkspartei Sumar wollen das nicht hinnehmen

Das Führer-Trikot gibt es nun auch mit der Nummer 88.

Das Führer-Trikot gibt es nun auch mit der Nummer 88. / MZ

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Am Ballermann auf Mallorca gelten die pinken deutschen Nationaltrikots mit dem Spielernamen "Führer" und der Nummer 44 oder 88 (leider) als Verkaufsschlager. So ärgerlich die öffentliche Präsentation der Nazi-Symbolik auch ist, der Polizei sind die Hände gebunden. Die Beamten können die von fliegenden Händlern angebotenen Trikots hôchstens konfiszieren, weil es sich in der Regel um gefälschte Markenprodukte handelt. Parlamentarier des spanischen Linksbündnisses Sumar - Juniorpartner der Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez - wollen das nun ändern. Sie schickten am Mittwoch (25.6.) eine der MZ vorliegende parlamentarische Anfrage an die Regierung, um ein Verbot der "Führer"-Trikots anzuregen.

Zwei Fragen an die Regierung gestellt

Unterschrieben ist das zweiseitige Dokument von Félix Alonso, auf Mallorca bekannt als ehemaliger Chef der Verbraucherschutzbehôrde, und dem Valencianer Nahuel González López. Konkret werden darin zwei Fragen gestellt: Hält es die Regierung für notwendig, die bestehende Gesetzgebung für den Gebrauch von Nazi-Symbolik - der Verkauf und die öffentliche Präsentation eingeschlossen - zu modifizieren? Welche Maßnahmen wird die Regierung ergreifen, um die Bevölkerung und die Urlauber aufzuklären, welche Schrecken und historischen Zusammenhänge mit der Nazi-Symbolik einhergehen und wie die Regierung dagegen vorgehen will? Diese Fragen muss die Regierung schriftlich beantworten.

Bislang nicht strafbar

Zudem wird kurz angeführt, dass die Trikots an der Playa de Palma feilgeboten werden. Die Nummer 44 sieht bei der Beflockung aus wie SS, die 88 steht analog für die Buchstaben HH, was als Heil Hitler interpretiert wird. Das spanische Gesetz verbietet nicht explizit das Tragen von Nazi-Symbolik. Untersagt ist es nur, wenn es direkt zu Hass oder Gewalt aufruft. Sprich im Alltag darf ein "Führer"-Trikot auf Mallorca straffrei getragen werden.

Die Trikots seien nicht mit den demokratischen Werten und den Menschenrechten vereinbar, heißt es in der Anfrage. "Sie trivialisieren den Holocaust." In Deutschland oder Polen sind die Nazi-Symbole verboten.

Anfang April schrieb ein deutscher Urlauber an der Playa Schlagzeilen, als er der Presse stolz sein "Führer"-Trikot präsentierte. "Ich bin auf Malle, Junge, und ich habe ein Führertrikot an, und es ist einfach geil", sagt der so angetrunkene wie euphorisierte Rheinländer unter anderem in einem Video von mallorcatv.info. Er trage das Trikot, weil er das in Spanien könne.

In den Auslagen der Straßenhändler taucht das Trikot mittlerweile seltener auf. Was daran liegt, dass sich viele Urlauber über die Nazishirts aufregten. Die Verkäufer haben daher auch einen Preisaufschlag für das "Führer"-Trikot festgelegt.

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