239 Migranten erreichen die Balearen innerhalb von 24 Stunden
Die Menschen subsaharischer und nordafrikanischer Herkunft kamen auf Mallorca, Formentera und Cabrera an

Habseligkeiten der Migranten in einem verlassenen Boot an der mallorquinischen Küste. / PSS
Insgesamt 239 Migranten sind seit Dienstagmorgen (11.11.) auf den Balearen angekommen. Sie kamen sowohl an der Küste Mallorcas als auch in Gewässern in der Nähe des Archipels Cabrera an. Die meisten rettete die Guardia Civil auf der Nachbarinsel Formentera, wie die Ständige Vertretung der Zentralregierung auf den Balearen mitteilte.
In den frühen Morgenstunden des Dienstags, um 6.30 Uhr, fanden Beamte in der Gemeinde Llucmajor 16 Menschen subsaharischer Herkunft an Land vor. Sie befanden sich auf dem Camí Vallgornera, der aus der gleichnamigen Siedlung führt, die zwischen Cala Pi und S'Estanyol liegt. An der Rettung waren die Guardia Civil Llucmajor, die Bürgersicherheitseinheit der Guardia Civil sowie die Zoll- und Grenzpatrouille (PAFIF) der Gemeinde Calvià beteiligt.
Am Nachmittag retteten die Guardia Civil und die Seenotrettungseinheit um 16 Uhr elf weitere Menschen nordafrikanischer Herkunft. Sie befanden sich 2,55 Seemeilen (4,73 Kilometer) von Cabrera entfernt, in der Nähe der Südküste Mallorcas. Nur elf Minuten später fanden die Beamten weitere zwölf Insassen nordafrikanischer Herkunft in einem weiteren Boot in der Nähe der Inselgruppe – diesmal etwas weiter (rund sechs Seemeilen) von Cabrera entfernt.
Migranten an der Hauptstraße Formenteras
Auf der Nachbarinsel Formentera entdeckte die Guardia Civil um 18.14 Uhr eine Gruppe von 16 Menschen nordafrikanischer Herkunft auf der Straße PM-820. Die Migranten befanden sich am Kilometer 10 der Hauptstraße der Insel, etwa zwei Kilometer von der Küste entfernt.
Einige Stunden später, um 20.15 Uhr und bereits in völliger Dunkelheit, fand die Guardia Civil weitere 18 Menschen nordafrikanischer Herkunft auf Formentera. Diesmal befanden sich die Nordafrikaner im Dorf Pilar de la Mola in der Inselmitte.
Eine Nacht voller Ankünfte
In der Nacht entdeckten die Guardia Civil und die Seenotrettung um 22.42 Uhr ein weiteres Boot mit 17 Menschen, sieben Seemeilen von der Inselgruppe Cabrera entfernt. Wenig später, um 22.50 Uhr, fanden sie ein weiteres Boot, zehn Seemeilen von Cabrera entfernt. An Bord befanden sich 22 Personen subsaharischer Herkunft.
In den frühen Morgenstunden des Mittwochs (12.11.) entdeckte die Seenotrettungseinheit drei weitere Boote in der Nähe der Inselgruppe: Eines mit 23 Insassen um 1.30 Uhr, 7,7 Seemeilen von Cabrera entfernt, ein weiteres um 2.40 Uhr mit 25 Personen, 20 Seemeilen vom Archipel entfernt und um 4.35 Uhr schließlich ein Boot mit 25 Insassen, 32 Seemeilen südlich der Inselgruppe. Die Insassen der Boote stammten ausschließlich aus der Subsahara-Region. Menschen dieser Herkunft riskieren oft die Überfahrt auf die Balearen ohne Kapitän an Bord und wagen sich mit den schlechtesten Booten über das Mittelmeer – ohne jegliche Seefahrtskenntnisse, nur mit dem GPS ihrer Handys –, wie die Juraprofessorin Margalida Capellà an der Balearen-Universität in einem Interview mit der MZ mitteilte.
Auf der Nachbarinsel Formentera kamen in derselben Nacht und am Morgen mehrere Boote an: Um 4.20 Uhr fand die Guardia Civil 21 Menschen nordafrikanischer Herkunft im Gebiet Es Caló vor. Um 5 Uhr entdeckten die Beamten in der Nähe der Platja des Arenals 14 weitere Personen nordafrikanischer Herkunft. Eine weitere Gruppe von 19 Menschen nordafrikanischer Herkunft fand die Guardia Civil um 7.45 Uhr ebenfalls in der Zone Es Caló.
Notunterkunft auf Formentera und Ibiza steht, Mallorca hinkt hinterher
Mit diesen 239 Menschen steigt die Gesamtzahl der Migranten, die im Jahr 2025 über den Seeweg die Balearen erreicht haben, auf 6.589 Personen und 358 Boote, wie aus dem Jahresbericht zur nationalen Sicherheit des spanischen Innenministeriums hervorgeht. Nur minderjährige Bootsinsassen müssen auf den Balearen bleiben, die meisten Volljährigen fahren mit der Fähre weiter auf das spanische Festland. Damit die Migranten nicht tagelang im Hafenterminal ausharren müssen, sind auf Formentera und Ibiza bereits Notunterkünfte entstanden. Auf Mallorca werden sie noch gebaut und sollen Platz für rund 150 Menschen bieten – inklusive Duschen, WCs und Schlafmöglichkeiten. Die Notunterkunft soll zwischen dem neuen Club de Mar und dem für Kreuzfahrtschiffe gesperrten Bereich des Muelle de Pelaires entstehen.
- Neue Mallorca-Flugverbindung: Von diesem deutschen Airport geht es ab dem Frühjahr in die Sonne
- Tumulte im Flugzeug, Abflug abgebrochen: Neun Passagiere am Flughafen Mallorca festgenommen
- Berühmte Insel-Familie sperrt Wanderer aus – Gemeinde Sóller muss dafür zahlen
- Mallorca: Haftbefehl gegen deutsche Maklerin Monica T. wegen Immobilienbetrugs
- Wetterumschwung auf Mallorca: Der Regen rückt von Tag zu Tag näher
- Mietpreisexplosion auf Mallorca: Was jetzt auf viele Haushalte zukommt
- Prügelei an der Playa de Palma: Türsteher verletzt einen Restaurantgast schwer am Hals
- Lokal in Urlaubsort auch im Winter geöffnet: Darum geht das Konzept der 'Goodbye Deutschland'-Auswanderer Licia und Mark Wycislik auf
