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Mann tötete seinen Bruder mit Hammer: Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Gefängnis

Der Vorfall hatte sich am 9. Februar in Sa Pobla ereignet. Der Täter darf in Freiheit auf den Prozess vor einem Geschworenengericht warten

Der geständige Angreifer am 11. Februar bei der Anhörung der Haftrichterin

Der geständige Angreifer am 11. Februar bei der Anhörung der Haftrichterin / Ana B. Muñoz

Im Fall des Mannes aus Sa Pobla, der seinen Bruder mit einem Hammer getötet hatte, hat die Staatsanwaltschaft auf Mallorca die Anklageschrift vorgelegt. Die Ankläger werfen Miquel T. ein Tötungsdelikt vor und fordern 12 Jahre Gefängnis. Als strafschärfend wird das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Täter und Opfer gewertet. Als strafmildernd erachtet die Staatsanwaltschaft derweil den Umstand, dass T. unmittelbar nach der Attacke den Notruf rief. Der Prozess wird vor einem Geschworenengericht geführt.

Das war geschehen

Der tödliche Angriff ereignete sich am 9. Februar. Das 54-jährige Opfer der Attacke, Jaume T., lebte offenbar gemeinsam mit der Mutter in deren Haus in Sa Pobla. Da der Mann drogen- und alkoholabhängig war, kam es immer wieder zu Konflikten. Darunter litten auch die beiden anderen Söhne der Familie. Am Tag der Tat eskalierte die Situation. Miquel T. fand heraus, dass Jaume seiner Mutter Geld geklaut hatte. Zudem hatte er einer ebenfalls drogensüchtigen Freundin erlaubt, ins Haus der Mutter einzuziehen. Dies sei „der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte“ gewesen, argumentierte der Angeklagte nach seiner Festnahme vor Gericht.

Es kam zum Streit in der Küche. Jaume, heißt es, habe seinen Bruder mit dem Deckel eines Schnellkochtopfs beworfen. Daraufhin nahm sich Miquel T. einen Hammer aus der Küchenschublade und schlug auf seinen Bruder ein, bis dieser bewusstlos zu Boden ging. Daraufhin rief der Täter den Notruf. Miquel T. gestand die Tat und kam in Untersuchungshaft. Jaume T. verstarb drei Tage später im Krankenhaus.

Facebook-Petition und Freilassung

Ungewöhnlich war jedoch, was danach passierte. Denn Freunde und Bekannte des Täters plädieren in einer Facebook-Petition auf mildernde Umstände, da der Bruder über lange Zeit die Familie terrorisierte. Mehr als 1.300 Personen schlossen sich der Forderung an. Rund zwei Wochen nach der Tat entschied ein Richter in Inca, Miquel T. aus der Haft zu entlassen. Es bestehe keine Fluchtgefahr, hieß es damals zur Begründung.

Bis zum Prozess bleibt der Angeklagte in Freiheit. Wann die Verhandlung stattfindet, ist noch unbekannt. Für eine Schuldigsprechung bei einem Geschworenengericht müssen sieben der Geschworenen dafür stimmen, für einen Freispruch reichen fünf Stimmen. Bei einem Ergebnis in der Mitte wird der Prozess wiederholt.

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