Polarlichter über Mallorca: So stehen die Chancen auf ein weiteres Farbenspektakel
Am 11. und 12. November war das seltene Phänomen wieder am Nachthimmel zu sehen. Ein Astronom erklärt, unter welchen Voraussetzungen es eine Zugabe geben könnte

Javi Moranta beobachtete die Polarlichter am Cap de Formentor. / Instagram / Javi Moranta
Ein rot-violetter Himmel, der mit dem Leuchtturm von Formentor um die Wette leuchtet: Javi Moranta sind in der Nacht vom 11. auf den 12. November spektakuläre Fotos von einem seltenen Phänomen geglückt, die er bei Social Media geteilt hat. Von verschiedenen Orten auf Mallorca aus waren Polarlichter zu beobachten. Zuletzt hatte sich das faszinierende Schauspiel im Oktober 2024 ereignet, zum zweiten Mal im vergangenen Jahr.
Im Mittelmeerraum sind die typisch nordischen Polarlichter eher ungewöhnlich. Verantwortlich dafür, dass sie nun in Breiten wie Spanien, Italien oder sogar Mexiko, und auch von der Insel aus zu sehen waren, war einer der stärksten Sonnenstürme des Jahres. Polarlichter entstehen, so eine Erklärung des spanischen Wetterdienstes, durch die Wechselwirkung zwischen dem Sonnenwind und dem Magnetfeld der Erde. Und der Sonnenwind ist zu Zeiten maximaler Sonnenaktivität am stärksten.
Entscheidender Gradmesser: der KP-Index
Wer nicht zu den Naturfotografen und Astronomiebegeisterten zählt, denen vor wenigen Tagen Bilder des rosafarbenen Himmels geglückt sind, darf durchaus auf eine weitere Chance hoffen. "Es kommt darauf an, wie es um die Sonnenaktivität steht", erklärt Salvador Sánchez, Präsident der Stiftung des Instituto de Astronomía y Astronáutica, der MZ auf Nachfrage. "Und zunächst einmal müssen die Wolken verschwinden." Aktuell sind die Wetteraussichten eher trüb, es soll sogar zu einem – immerhin vorerst zeitlich begrenzten – Wintereinbruch kommen.
Im Moment sei die Sonnenaktivität wieder etwas zurückgegangen, die Polarlichter höchstens in England oder Nordamerika zu sehen. Das dürfte sich laut Sánchez aber in Kürze wieder ändern. "Sobald die Sonne wieder einen koronalen Massenauswurf hat (eine Sonneneruption, bei der Plasma ausgestoßen wird, Anm. d. Red.), können neue Polarlichter entstehen", sagt der Experte. "Entscheidend ist der KP-Index". Dieser dient dazu, solare Teilchenstrahlung durch ihre magnetische Wirkung darzustellen und ist somit ein Gradmesser für Polarlichterscheinungen. Auf der Skala von 0 bis 9 war im Oktober 2024, als das Phänomen ausgesprochen gut zu sehen war, der Maximalwert erreicht worden.
Hoffnung auf kommende Woche
Um den KP-Index in Echtzeit zu verfolgen, empfiehlt Sánchez eine kostenlose App – dafür gibt es mehrere Anbieter. Wenn der KP-Index auf 7 oder 8 ansteige und dazu das Wetter besser werde, seien die beiden Voraussetzungen erfüllt, um noch einmal das farbenfrohe Spektakel bewundern zu können. "Das könnte nächste Woche wieder der Fall sein", sagt der Astronom. Die aktuell verzeichneten, außerordentlichen Episoden der Sonnenaktivität erhöhen die Chancen in jedem Fall.
Tatsächlich waren Polarlichter über Mallorca vor ihrem Erscheinen im Jahr 2024 extrem selten: Davor wurden sie zuletzt am 25. Januar 1938 auf der Insel registriert. Damals tobte der Bürgerkrieg in Spanien. Das Phänomen am Himmel ließ damals viele Menschen an das Ende der Welt glauben.
- Kind auf Mallorca totgefahren: Neue Einzelheiten zum Unfall bekannt
- Spanien bekommt jetzt auch ein 'Deutschlandticket
- Spanische Weihnachtslotterie auf Mallorca: Diese Nummer wird den Gordo gewinnen
- Kampf gegen die illegale Ferienvermietung: Saftige Millionenstrafe für Airbnb
- Messerangriff in Latino-Bar auf Mallorca – Polizei ermittelt
- Tumulte im Flugzeug, Abflug abgebrochen: Neun Passagiere am Flughafen Mallorca festgenommen
- Teures Busfahren: Palma schafft vergünstigte Mehrfahrtenkarten für Nichtresidenten ab
- Esther Schweins entschlüsselt bei Lesung auf Mallorca die ewige Liebe