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Freund mit Messer niedergestochen: Haftstrafe für Mann in Palma

Ein 52-Jähriger ist auf Mallorca zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Er hatte im Mai 2024 einen Freund lebensgefährlich verletzt. Es war nicht das erste Mal, dass er zum Messer griff

Der Verurteilte am Mittwoch (19.11.) vor Gericht in Palma.

Der Verurteilte am Mittwoch (19.11.) vor Gericht in Palma. / Marcos Ollés

Marcos Ollés

Marcos Ollés

Ein Gericht in Palma hat am Mittwoch (19.11.) einen Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er mit einem Messer einem Freund in den Hals gestochen hat.

Streit in der Wohnung

Die Ereignisse ereigneten sich in der Nacht des 23. Mai 2024. Der Angeklagte, Santiago N., befand sich der Anklageschrift zufolge in der Wohnung eines Freundes in Palma, der ihm erlaubt hatte, dort ein paar Tage zu bleiben. An diesem Abend teilte der Freund ihm jedoch mit, dass er die Wohnung sofort verlassen müsse, offenbar verärgert über sein Verhalten. Als der Mann versuchte, Santiago N. zur Tür zu begleiten, kam es zum Streit. Die Auseinandersetzung zog sich mehrere Minuten lang durch verschiedene Räume der Wohnung, schließlich sagte der Eigentümer, dass er die Polizei rufen werde, um den ungebetenen Gast hinauswerfen zu lassen.

Wie Santiago N. vor Gericht zugab, stach er daraufhin mit einem Messer mit gezackter Klinge auf die linke Seite des Halses seines Kumpels ein und fügte ihm eine tiefe Schnittwunde zu, die stark zu bluten begann. N. floh daraufhin vom Tatort, ohne sich um den Verletzten zu kümmern oder die Notdienste zu alarmieren. Das Opfer erlitt sehr schwere Verletzungen und wurde ins Landeskrankenhaus Son Espases gebracht, wo er notoperiert werden musste. Der untersuchende Gerichtsmediziner stellte fest, dass er ohne medizinische Hilfe gestorben wäre.

Die Nationalpolizei konnte den Angreifer schnell identifizieren und aufspüren. Santiago N. wurde festgenommen und in Untersuchungshaft genommen.

Nicht das erste Mal

Es war nicht das erste Mal, dass er im Gefängnis saß. Bereits in der Vergangenheit hatte er eine zwölfjährige Haftstrafe wegen Totschlags abgesessen, nachdem er 2005 auf Lanzarote einen Mann getötet hatte. Auch damals hatte er mit einem Messer zugestochen und das schwerverletzte Opfer hilflos zurückgelassen. Anders als auf Mallorca überlebte das Opfer auf den Kanaren nicht.

Wegen des Angriffs auf seinen Freund in Palma hatte die Staatsanwaltschaft zunächst eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren wegen versuchten Totschlags sowie eine Entschädigung von 20.000 Euro für das Opfer gefordert. Letztlich erzielten die Parteien jedoch eine Einigung, die die Haftstrafe herabsetzte. Strafmildernd wurde die Tatsache gewertet, dass N. betrunken war, als er auf seinen Freund einstach. Die Entschädigung für das Opfer wurde auf 45.000 Euro festgelegt. /somo

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