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Prozess um totes Baby im Müllcontainer: Verhandlung wird im März wiederholt

Der Prozess war Anfang November annulliert worden, nachdem Zweifel an der Qualifikation eines Sachverständigen aufgekommen waren

Die drei Angeklagten vor Gericht.

Die drei Angeklagten vor Gericht. / B. Ramon

Marcos Ollés

Marcos Ollés

Der Anfang des Monats annullierte Prozess um das Baby, das im November 2023 auf Mallorca in einen Müllcontainer geworfen wurde, wird wiederholt. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, wird ein neues Geschworenengericht vom 13. bis 20. März kommenden Jahres zusammentreten. Dieses muss entscheiden, ob die Mutter, ein Onkel und eine Tante des Kindes des Totschlags schuldig sind. Die erste Hauptverhandlung war annulliert worden, da starke Zweifel an der Qualifikation des gerichtlich bestellten Gutachters aufgekommen waren.

Darum geht es im Verfahren

Auf der Anklagebank sitzen die Mutter des Mädchens sowie deren Bruder und Schwester. Ihnen wird vorgeworfen, das am 3. November 2023 in der 27. Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommene Kind in einen Müllcontainer in Porto Cristo geworfen zu haben. Nur durch den Hinweis eines Zeugen konnte das Neugeborene von der Ortspolizei aus dem Container gerettet werden. Die Beamten brachten es umgehend ins örtliche Krankenhaus, doch für das Baby kam jede Hilfe zu spät.

Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass die Mutter und der Onkel des Mädchens sich „vollkommen bewusst“ waren, dass sie noch lebte, und sie in den Container warfen, um ihr Leben zu beenden oder zumindest in dem Bewusstsein, dass sie sterben würde. Für beide fordert sie eine lebenslange Haftstrafe. Die Tante wiederum unternahm ihrerseits nichts, um dies zu verhindern, obwohl sich die Kleine in einer kritischen Lage befand. Die Verteidiger verlangen hingegen einen Freispruch für alle Beteiligten.

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