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Tardeos jetzt auch im Südwesten: Diskotheken sollen in Calvià schon ab 18 Uhr öffnen

Die Verantwortlichen haben die betreffende Gemeindeordnung entsprechend abgeändert und sich dabei an Palma orientiert

Britische Urlauber feiern in Magaluf.

Britische Urlauber feiern in Magaluf. / REUTERS / ENRIQUE CALVO

Die inseltypischen Nachmittagspartys (tardeos) wird es bald vermutlich nicht mehr nur vorwiegend in Palma geben. Die Gemeinde Calvià hat endgültig beschlossen, die Gesetze so zu ändern, dass Diskotheken dort fortan schon ab 18 Uhr öffnen können. Demnach dürften sie bis 22 Uhr geöffnet sein und dann später wieder zum regulären Nachtbetrieb aufmachen. Ziel ist es, die an vielen anderen europäischen Urlaubszielen längst üblichen Partys am Nachmittag oder frühen Abend stärker auszubauen und sich damit dem Qualitätstourismus mehr zu nähern.

Mit der Neuerung reagiert die Gemeinde auch auf veränderte Gewohnheiten seitens der nationalen wie auch internationalen Urlauber und Einheimischen: Viele würden statt bis tief in die Nacht lieber tagsüber oder am frühen Abend ausgehen.

Durch das Vorverlegen der Uhrzeit soll

  • ein erwachseneres, zahlungskräftigeres und verantwortungsbewussteres Publikum angesprochen werden
  • die lokale Wirtschaft (Shops, Bars, Restaurants) schon tagsüber belebt werden
  • gleichzeitig die Nachtruhe der Anwohner besser geschützt werden, weil sich der Lärm weniger in die Nacht hinein verlagert und auch alkoholisierte Feiernde die Anwohner dann weniger stören, als sie es nachts tun würden

Dank der neuen Regelung soll sich Calvià nach außen hin als moderner, sicherer und gut organisierter Ferienort präsentieren können – mit hochwertigem Freizeitangebot, bei dem der Spaß der Besucher und die Zufriedenheit der Anwohner sich nicht im Wege stehen.

Verschiedene Reaktionen

Auch der Bürgermeister der Gemeinde, Juan Antonio Amengual, steht hinter der geplanten Neuerung, die sich an den in Palma geltenden Gesetzgebungen orientiere. Es handle sich um eine Forderung der Verantwortlichen der Branche, die neue Regelung sei „nicht schädlich“, so seine Worte. Die führenden Parteien PP und Vox sowie die Wirtschaftsverbände unterstützen die Maßnahme. Andere Verbände wie etwa der Tourismusverband Acotur beschwerten sich, da sie vorab nicht dazu befragt worden waren. Auch die sozialistische Opposition kritisiert die Neuerung scharf. Ihrer Ansicht nach schade sie den kleinen Bars und Kneipen. /sw

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