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Mordversuch trotz Näherungsverbots: So brutal soll der Messerstecher in Costitx vorgegangen sein

Die 35-Jährige Frau, die am Sonntag (30.11.) durch eine Messerattacke ihres Ex-Freundes lebensgefährlich verletzt worden ist, befand sich in einem polizeilichen Schutzprogramm. Trotzdem gelang es dem Mann wohl, ihr im Dunkeln aufzulauern und mehr als 30 Mal auf sie einzustechen

Auf einer Landstraße bei Costitx ereignete sich der Messerangriff

Auf einer Landstraße bei Costitx ereignete sich der Messerangriff / Lorenzo Marina

Neue Details zu dem Messerangriff auf eine 35-jährige Frau, die in der Nacht auf Sonntag (30.11.) in der Nähe einer Finca bei Costitx im Inselinneren von Mallorca lebensgefährlich verletzt worden ist: Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, soll der Täter - der Exfreund des Opfers - mehr als 30 Mal mit einem Messer auf sie eingestochen haben, obwohl er sich der Frau eigentlich gar nicht nähern durfte. Es war wohl nicht das erste Mal, dass er eine Frau fast getötet hat.

Im Dunkeln aufgelauert

Der Angriff ereignete sich den Angaben der Ermittler zufolge gegen fünf Uhr morgens am Sonntag auf einem Weg in Costitx, vor einem Landhaus, in dem das Opfer auf einer Feier gewesen war. Mehrfach soll ihr Ex-Partner, ein 31-jähriger Mann, in dieser Nacht versucht haben, sie telefonisch zu erreichen. Da ihm das nicht gelang, begab er sich zu dem Haus, in dem die Feier stattfand, und versteckte sich an dem Weg, um auf sie zu warten. Als er sah, dass sie allein hinausging, soll er sich auf sie gestürzt und ihr mit einem Messer schwerste Verletzungen am Hals zugefügt haben. Später wurden mehr als 30 Verletzungen gezählt - die meisten jedoch an Unterarmen und Händen, mit denen sie versuchte, sich zu schützen.

Als mehrere Zeugen - andere Partygäste - der Frau zu Hilfe eilten, stach sich der Mann das Messer selbst in den Hals. Mehrere Einsatzfahrzeuge des Notdienstes 061 kamen nach den ersten Notrufen zum Tatort. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Frau bereits viel Blut verloren und befand sich in einem äußerst kritischen Zustand. Sie wurde ins Landeskrankenhaus Son Espases gebracht und notoperiert. Quellen des Krankenhauses teilten mit, dass sie sich mittlerweile auf der Intensivstation befinde und stabil sei.

Der Mann wiederum hatte sich eine schwere Schnittverletzung am Hals zugefügt, die seine Luftröhre betraf. Auch er musste nach Son Espases gebracht und operiert werden. Am Montag (1.12.) befand er sich in der Abteilung für Festgenommene des Krankenhauses, unter polizeilicher Bewachung.

Näherungsverbot missachtet

Wie sich herausstellte, hatte der mutmaßliche Angreifer bereits vor der Tat eine Verfügung, die ihm untersagte, sich dem Opfer zu nähern, nachdem sie ihn wegen Misshandlung angezeigt hatte. Die Frau - eine Lehrerin an der Grundschule Col·legi Sant Francesc d'Assís in Palmas Stadtviertel es es Pil·larí - befand sich im Schutzprogramm für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt, obwohl ihre Risikoeinstufung nicht als hoch galt. Sie hatte einen ihr zugewiesenen Polizeibeamten („policía tutor“), mit dem sie regelmäßigen Kontakt hielt, ihm aber keine besorgniserregende Situation geschildert hatte.

Die Beamten der Guardia Civil, die den Fall untersuchen, werten die Tat als versuchten Mord, sowohl wegen der Vorbedachtheit, die er zeigte, indem er bewaffnet im Hinterhalt wartete, bis das Opfer die Feier verließ, als auch wegen der besonderen Grausamkeit, angesichts der Dutzenden von Messerstichen, die er ihr versetzte.

Der 31-Jährige war bereits im Jahr 2014 festgenommen worden, damals als mutmaßlicher Täter eines versuchten Tötungsdelikts an einer anderen Frau auf dem Festland.

Protestaktion an der Schule

Die Leitung der Grundschule, an der das aktuelle Opfer arbeitet, hat in einem öffentlichen Schreiben ihre Erschütterung angesichts der Tat zum Ausdruck gebracht. Für Dienstag (2.12.) ist zudem um 18 Uhr eine Zusammenkunft am Schultor geplant, an der Schüler, Lehrer und Familien gemeinsam ihre Abneigung gegen geschlechterspezifische Gewalt zum Ausdruck bringen wollen. /somo

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