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Sóller will Spiel und Spaß an den Stränden verbieten

Der Gemeinderat will eine neue Verordnung verabschieden, die zahlreiche Aktivitäten im Wasser und auf dem Sand verbietet - und die saftige Geldstrafen mit sich bringt

Die neue Verordnung soll alle Strände im Gemeindegebiet von Sóller betreffen

Die neue Verordnung soll alle Strände im Gemeindegebiet von Sóller betreffen / Joan Mora

Wer sich am Strand gerne mal mit Beachball, Wasserball oder anderen kleinen Strandspielen vergnügt, der sollte in Zukunft die Strände im Gemeindegebiet von Sóller meiden. Denn die Stadtverwaltung will jetzt eine neue kommunale Regelung verabschieden, die zahlreiche Aktivitäten im Wasser und auf dem Sand verbietet.

Nichts tun, was andere stören könnte

Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" schreibt, sei das Ziel der neuen Verordnung, das "Zusammenleben zu verbessern" und "die natürliche Umgebung zu schützen".

Vor allem Artikel 7, der sich der Ausübung von Spielen widmet, sticht hervor. Wie dort aufgeführt ist, sind in der Hochsaison Spiele, Übungen oder Freizeitaktivitäten, „die andere Nutzer stören können“, sowohl im Sand als auch im Wasser verboten. Dies umfasst sowohl improvisierte Ball- oder Schlägerspiele als auch Wasseraktivitäten innerhalb des Bojenbereichs. Spiele dürfen nur in eigens dafür ausgewiesenen Zonen (sofern vorhanden) oder in Bereichen ausgeübt werden, in denen sie keine Belästigungen verursachen. Außerdem behält sich der Stadtrat das Recht vor, organisierte Sportaktivitäten zu genehmigen, die an entsprechend gekennzeichneten Orten stattfinden müssen.

Die Artikel 8 bis 13 erweitern dieses System von Einschränkungen um weitere Verbote, die sich auf übliche Praktiken am Strand auswirken. Viele davon sind auch an Stränden in anderen Mallorca-Gemeinden üblich. So untersagt Artikel 8 die Nutzung von Radios, Lautsprechern und jeglichen akustischen Geräten, die andere Nutzer stören, während Artikel 9 jede Form von Camping oder Übernachtung kategorisch verbietet. Es ist auch nicht erlaubt, Feuer zu entzünden oder Pyrotechnik zu verwenden, Gasflaschen oder brennbare Flüssigkeiten zu benutzen oder ohne Genehmigung der Gemeinde Werbung zu verbreiten. Zudem wird betont, dass innerhalb der durch Bojen ausgewiesenen Badezonen nur Schwimmhilfen, Luftmatratzen und Rettungsboote erlaubt sind, aber keine anderen Wasserfahrzeuge.

Ebenfalls strenger geregelt: die Müllentsorgung an den Stränden. Künftig soll es verboten sein, sperrige Abfälle wie beispielsweise kaputte Sonnenschirme in den Mülleimern am Strand zu entsorgen. Glasflaschen sind aus Sicherheitsgründen gänzlich untersagt.

Hunde am Strand

Auch Tierhalter müssen fortan strengere Regelungen in Kauf nehmen. Während der Hochsaison ist der Aufenthalt jeglicher Tiere wie an den meisten Mallorca-Stränden gänzlich verboten, ausgenommen sind nur Blindenführhunde und Rettungstiere. In der Nebensaison dürfen Tiere die Strände betreten, jedoch nur an der Leine und gegebenenfalls mit Maulkorb.

Verstöße gegen die neue Verordnung sollen mit Geldbußen zwischen 750 (leichte Verstöße) und 3.000 Euro (sehr schwere Verstöße) geahndet werden. /somo

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