Möchtegern-Hells-Angel prellt Prostituierte auf Mallorca und fordert Schutzgeld
Die Polizei nahm den Mann am Mittwoch (3.12.) wegen Erpressung fest

Archivfoto: So sieht eine Hells Angels-Jacke aus. / Franziska Kraufmann/dpa
Die Nationalpolizei auf Mallorca hat am Mittwoch (3.12.) einen Mann festgenommen, der die Zeche in einem Bordell geprellt und Schutzgeld von den Prostituierten gefordert haben soll. Er bedrohte die Frauen zudem und gab sich als Mitglied der Motorradgang Hells Angels aus.
Der Spanier erschien als Kunde in dem Bordell in einer Privatwohnung in Palma. Er genoss die Gesellschaft der Prostituierten für mehrere Stunden. Als die Damen ihn aufforderten, die mehr als 1.000 Euro teure Rechnung zu begleichen, wurde Freier aggressiv.
Forderte Ausweise, um die Frauen kontrollieren zu können
Er lehnte es nicht nur ab, den Betrag zu bezahlen, sondern wollte der Zuhälter der Frauen werden. Er behauptete, von den Hells Angels zu sein und ohne seine Erlaubnis könne das Bordell nicht weiter betrieben werden. Der Mann forderte von den Prostituierten die Ausweise, um sie besser unter Kontrolle zu haben. Als Schutzgeld sollten sie 30.000 Euro bezahlen.
Polizei nahm ihn umgehend fest
Die Frauen schafften es, den Mann loszuwerden. Sie befürchteten, dass er bald wiederkommen und das Schutzgeld einfordern würde. Daher erstatteten sie Anzeige bei der Polizei. Die Beamten machten den falschen Hells Angel ausfindig und nahmen ihn wegen Erpressung fest.
Die Prostitution hat sich in Palma in den vergangenen Jahren immer mehr von der Straße in Privatwohnungen verlagert. Laut dem vom Rathaus Palma veröffentlichten Jahresbericht 2024 des Netzwerks zur direkten Unterstützung von Personen in der Prostitution (XADPEP) üben rund 56 Prozent der Prostituierten ihre Tätigkeit in Wohnungen aus. Expertinnen und Experten sprechen deshalb von einer unsichtbarer gewordenen Prostitution in Palma. Das dürfte auch für ganz Mallorca zutreffen. Nicht wenige Frauen sind Opfer von Menschenhändlern und werden zur Prostitution gezwungen.
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