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Kommt der Herbst, kommt das Wrack: Das nächste Segelboot liegt vor dem Urlauberstrand Son Maties in Palmanova

In Palmanova ist erneut ein Segelboot an den Strand gespült worden – kein Einzelfall, sondern Teil eines wiederkehrenden Phänomens

Ein gestrandetes Segelboot liegt nach windigem Wetter der vergangenen Tage am Strand von Son Maties in Palmanova.

Ein gestrandetes Segelboot liegt nach windigem Wetter der vergangenen Tage am Strand von Son Maties in Palmanova. / Foto: Clara Margais/dpa

Eine gute alte Tradition im Südwesten von Mallorca setzt sich fort: Die starken Winde der vergangenen Tage haben erneut ein Segelboot an den Strand von Son Maties in Palmanova gespült. Diesmal handelt es sich um ein altes, offenbar seit längerer Zeit nicht mehr gewartetes Boot.

Der Strand in der Gemeinde Calvià, der im Sommer bei Urlaubern sehr beliebt ist, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Art Friedhof der Schiffwracks entwickelt. Vor allem im Frühjahr und im Herbst werden immer wieder Schiffe bei Sturm an die Küste gespült. Zuletzt war dies im März diesen Jahres der Fall, als ein großes Segelboot eines Morgens herrenlos am Strand auftauchte.

Vergangene Woche ist wieder ein Segelboot am Strand von Son Maties gestrandet

März 2025: Segelboot am Strand von Son Maties / Juan Luis Iglesias

Für die Behörden stellt das Phänomen eine nervige und nicht selten kostspielige Herausforderung dar. Denn sie müssen versuchen, den Eigentümer ausfindig zu machen, damit dieser sich um die Bergung kümmert. Oft zieht sich die Suche hin und die Wracks werden schnell Opfer von Vandalismus. So etwa auch bei dem Boot, das im April 2024 angespült wurde. Doch auch in früheren Jahren kam es immer wieder zu diesen Fällen am Strand von Son Maties.

Waghalsiger Bergungsversuch

Im September 2023 etwa wurde ein elf Meter langes Boot von Sturmböen ans Ufer gespült, wo es tagelang in Schieflage lag und auch zu einer Attraktion für Badegäste und Passanten wurde. Erst später kam der Besitzer an den Strand und versuchte, sein Schiff mit der Hilfe zahlreicher Freiwilliger wieder ins Meer zurückzuziehen.

Er hatte dafür eigens ein Fischerboot, eine llaüt, organisiert, das das Segelboot quasi abschleppen sollte. Damit wollte er sich augenscheinlich mehrere Tausend Euro sparen, die eine professionelle Bergung kosten kann. Die Ortspolizei und die Guardia Civil allerdings verhinderten den Bergungsversuch und machte Sicherheitsbedenken geltend.

80.000 Euro aus Steuergeldern

Deutlich länger dauerte es bei der Yacht, die im Februar 2019 in Son Maties gestrandet war. Ein ganzes Jahr lang wurde sie nicht angerührt. Damals musste das Rathaus von Calvià rund 80.000 Euro aus seinem Haushalt für 2020 lockermachen, um die 22 Meter lange Yacht abzuwracken. Die Gemeinde forderte später das Geld vom Eigentümer zurück. Das Boot war in den Monaten, in denen es am Strand lag, mit Graffiti beschmiert und geplündert worden.

"Worauf warten die noch: Dass jemand Feuer legt?", fragt ein Anwohner genervt.

Die gestrandete Yacht vor Son Maties nach einem Jahr des Verfalls. / Foto: DM

Der Abwrackvorgang war dabei recht aufwendig: Nach einer ersten Phase, in der die Struktur inspiziert wurde, wurden alle gefährlichen Stoffe entfernt. Dann wurden Teile der Möbel und Haushaltsgeräte ausgebaut. Schließlich wurde das Gehäuse demontiert und in mehrere Teile zerlegt, um den Abtransport zu erleichtern. 

Auch an anderen Stränden

Son Maties ist übrigens nicht der einzige Ort im Südwesten, an dem Schiffwracks angespült werden. Ende März diesen Jahres etwa lief ein Schiff an der Cala Fornells auf Grund.

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